BGH, 25.10.2010 - II ZR 115/09 - Zulässigkeit einer Klage gegen eine Gesellschaft trotz Niederlegung des Amtes durch den einzigen Geschäftsführer einer GmbH und eines deshalb fehlenden gesetzlichen Vertreters; Parteifähigkeit einer während des Prozesses im Handelsregister wegen Vermögenslosigkeit gelöschten GmbH bei substanziierter Behauptung des Vorhandenseins von Gesellschaftsvermögen durch den Kläger

Bundesgerichtshof
Urt. v. 25.10.2010, Az.: II ZR 115/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 25.10.2010
Referenz: JurionRS 2010, 28177
Aktenzeichen: II ZR 115/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Frankfurt an der Oder - 23.05.2008 - AZ: 11 O 322/07

OLG Brandenburg - 31.03.2009 - AZ: 6 U 48/08

Fundstellen:

BB 2010, 3098

DB 2010, 2719-2722

DStR 2010, 2643-2645

EWiR 2011, 17

GewArch 2011, 94

GmbHR 2011, 83-85

GWR 2011, 7

HFR 2011, 357-358

JR 2011, 522-525

Konzern 2011, 36

KSI 2011, 87

MDR 2011, 56

NJW 2010, 8

NJW-RR 2011, 115-117

NJW-Spezial 2011, 47-48

NotBZ 2011, 122-123

NWB 2010, 4064

NWB direkt 2010, 1354

NZG 2011, 26-28

StuB 2011, 80

WM 2010, 2362-2365

WuB 2011, 205-206

ZBB 2011, 83

ZInsO 2010, 2404-2406

ZIP 2010, 2444-2446

Amtlicher Leitsatz:

GmbHG § 35 Abs. 1 Satz 2; HGB §§ 15, 140; ZPO § 50 Abs. 1, §§ 52, 57 Abs. 1, § 62 Abs. 1, § 139; BGB § 29; FamFG § 394 Abs. 1

  1. a)

    Legt der einzige Geschäftsführer einer GmbH sein Amt nieder, ist eine gegen die Gesellschaft gerichtete Klage mangels gesetzlicher Vertretung unzulässig.

  2. b)

    Wird während eines Prozesses die beklagte GmbH im Handelsregister wegen Vermögenslosigkeit gelöscht, bleibt sie parteifähig, wenn der Kläger substanziiert behauptet, es sei bei der Gesellschaft noch Vermögen vorhanden.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 25. Oktober 2010
durch
den Richter Dr. Strohn,
die Richterinnen Caliebe und Dr. Reichart sowie
die Richter Dr. Drescher und Dr. Löffler
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 6. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 31. März 2009 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Revisionsverfahrens - an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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