BGH, 25.05.2011 - 2 StR 605/10 - Voraussetzung der Täterschaft des Angeklagten beim Raubmord zur Widerlegung einer abweichenden Tatzeitannahme als revisionsbegründenderVerfahrensfehler; Gefahr für eine einschneidende oder nachhaltige Beeinträchtigung der Gesundheit als Voraussetzung für die Zurechnung eines Raubes mit Todesfolge

Bundesgerichtshof
Urt. v. 25.05.2011, Az.: 2 StR 605/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 25.05.2011
Referenz: JurionRS 2011, 21194
Aktenzeichen: 2 StR 605/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Bonn - 11.06.2010

Verfahrensgegenstand:

Mord u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Eine schweren Gesundheitsschädigung (§ 250 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c StGB) setzt keine schwere Körperverletzung voraus, sondern kommt auch bei sonst einschneidenden oder nachhaltigen Beeinträchtigungen der Gesundheit in Betracht, wie etwa bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit als Tatfolge.

  2. 2.

    Eine gefährliche Körperverletzung mittels eines hinterlistigen Überfalls (§ 224 Abs. 1 Nr. 3 StGB) setzt einen für das Opfer unvorhergesehenen Angriff voraus, der von einem planmäßigen, auf Verdeckung der wahren Absichten berechneten Vorgehen gekennzeichnet ist.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
aufgrund der Sitzungen vom 13. April und 25. Mai 2011
in der Sitzung am 25. Mai 2011,
an denen teilgenommen haben:
Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Fischer als Vorsitzender,
die Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Schmitt, Dr. Berger, Prof. Dr. Krehl, Dr. Eschelbach,
Bundesanwältin als Vertreterin der Bundesanwaltschaft,
Rechtsanwalt
am 25. Mai 2011
als Verteidiger des Angeklagten S. , Rechtsanwalt
am 13. April 2011 und 25. Mai 2011
als Verteidiger der Angeklagten A. ,
Justizangestellte
am 13. April 2011
Justizhauptsekretärin
am 25. Mai 2011
als Urkundsbeamtinnen der Geschäftsstelle,
für Recht erkannt:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revisionen beider Angeklagten und der Staatsanwaltschaft - insoweit zugunsten der Angeklagten A. (§ 301 StPO) - wird das Urteil des Landgerichts Bonn vom 11. Juni 2010 mit den Feststellungen aufgehoben.

  2. 2.

    Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Rechtsmittel, an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts zurückverwiesen.

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