BGH, 25.03.2010 - I ZB 116/08 - Vollstreckung eines Ordnungsgeldes im Ausland gem. § 890 Zivilprozessordnung (ZPO); Vollstreckung eines in einem Ordnungsmittelverfahren gem. § 890 ZPO ergangenen Beschlusses als Zivilsache und Handelssache auf Grundlage des europäischen Vollstreckungstitels; Geltung des Erfordernisses einer Rechtsmittelbelehrung für in Beschlussform ergangene Entscheidungen für die Heilung von Belehrungsmängeln

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 25.03.2010, Az.: I ZB 116/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 25.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 13189
Aktenzeichen: I ZB 116/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Landshut - 23.05.2008 - AZ: 2 HKO 1672/06

OLG München - 03.12.2008 - AZ: 6 W 1956/08

Rechtsgrundlagen:

§ 890 ZPO

Art. 2 Abs. 1 S. 1 EuVTVO

Art. 16 EuVTVO

Art. 17 EuVTVO

Art. 18 Abs. 1 lit. b EuVTVO

Fundstellen:

BGHZ 185, 124 - 133

DGVZ 2011, 15-18

ELF 2010, 68-71

EuLF 2010, 130

EuZW 2011, 38-40

FamRZ 2010, 890-891

FoVo 2010, 159

GRUR 2010, 662-664

GRUR int 2010, 746-749 "Vollstreckung eines deswegen im Ordnungsmittelverfahren verhängten Ordnungsgeldes im europäischen Auslan"

IPRax 2012, 72-75

JZ 2010, 347

MDR 2010, 717

NJ 2010, 4

NJW 2010, 6

NJW 2010, 1883-1886

Rpfleger 2010, 523-526

WM 2010, 894-897

WRP 2010, 777-780 "Verfahrensrecht: "Vollstreckung von Ordnungsmittelbeschlüssen im Ausland""

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Die Justizbeitreibungsordnung steht der Vollstreckung eines Ordnungsgeldes gemäß § 890 ZPO im Ausland nicht entgegen.

  2. b)

    Die Vollstreckung eines in einem Ordnungsmittelverfahren gemäß § 890 ZPO ergangenen Beschlusses stellt eine Zivil- und Handelssache i.S. des Art. 2 Abs. 1 Satz 1 EuVTVO dar.

  3. c)

    Der Antrag auf Bestätigung eines in einem Ordnungsmittelverfahren gemäß § 890 ZPO ergangenen Beschlusses als Europäischer Vollstreckungstitel kann auch vom Gläubiger gestellt werden, der den Beschluss erwirkt hat.

  4. d)

    Das für die Heilung von Belehrungsmängeln gemäß Art. 16 und 17 EuVTVO nach Art. 18 Abs. 1 lit. b EuVTVO bestehende Erfordernis einer Rechtsmittelbelehrung gilt auch für in Beschlussform ergangene Entscheidungen.

  5. e)

    Die Möglichkeiten einer Heilung der Nichteinhaltung der in den Art. 13 bis 17 EuVTVO festgelegten verfahrensrechtlichen Erfordernisse sind in Art. 18 EuVTVO abschließend geregelt.

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 25. März 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bornkamm und
die Richter Pokrant, Prof. Dr. Büscher, Dr. Schaffert und Dr. Koch
beschlossen:

Tenor:

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 3. Dezember 2008 wird auf Kosten der Gläubigerin zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert der Rechtsbeschwerde wird auf 60.000 EUR festgesetzt.

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