BGH, 25.01.2012 - 5 StR 482/11 - Erfordernis einer besonders sorgfältigen Gesamtwürdigung der Auswirkungen auf das seelische Gefüge des Täters bei Zusammenwirken mehrerer Beeinträchtigungen

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 25.01.2012, Az.: 5 StR 482/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 25.01.2012
Referenz: JurionRS 2012, 10788
Aktenzeichen: 5 StR 482/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 27.06.2011

Rechtsgrundlagen:

§ 20 StGB

§ 21 StGB

Fundstelle:

NStZ-RR 2012, 140-141

Verfahrensgegenstand:

Totschlag

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Das Zusammenwirken mehrerer Beeinträchtigungen kann bei der Prüfung der §§ 20, 21 StGB eine besonders sorgfältige Gesamtwürdigung ihrer Auswirkungen auf das seelische Gefüge des Täters erfordern.

  2. 2.

    Ein Missverhältnis zwischen Anlass und Tat ist Kennzeichen von Affekttaten und darf daher bei der Strafzumessung allenfalls nach dem Maß der verminderten Schuld herangezogen werden.

Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 25. Januar 2012 beschlossen:

Tenor:

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Berlin vom 27. Juni 2011 nach § 349 Abs. 4 StPO mit den Feststellungen aufgehoben.

Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts zurückverwiesen.

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