BGH, 25.01.2011 - II ZR 196/09 - Haftung eines Geschäftsführers bei Zahlung rückständiger Umsatzsteuern und Lohnsteuern an das Finanzamt sowie Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nach Eintritt der Insolvenzreife

Bundesgerichtshof
Urt. v. 25.01.2011, Az.: II ZR 196/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 25.01.2011
Referenz: JurionRS 2011, 10691
Aktenzeichen: II ZR 196/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Frankfurt am Main - 26.11.2008 - AZ: 2/4 O 349/07

OLG Frankfurt am Main - 15.07.2009 - AZ: 4 U 298/08

Fundstellen:

BB 2011, 513

BB 2011, 781-783

BFH/NV 2011, 958

DB 2011, 462-465

DNotZ 2011, 875-877

DStR 2011, 530-533

DStR 2011, 1324-1325

DStZ 2011, 260

EBE/BGH 2011, 70-72

EWiR 2011, 257

FuS 2011, 177-178

GmbHR 2011, 367-369

GmbH-StB 2011, 107

GStB 2011, 228-229

GuT 2011, 310

GWR 2011, 110

HFR 2011, 598-600

InsbürO 2011, 193

KSI 2011, 136

MDR 2011, 451-452

NJW 2011, 8

NJW-Spezial 2011, 175

NWB 2011, 776-777

NWB direkt 2011, 234-235

NZG 2011, 303-305

NZI 2011, 196-198

NZI 2011, 396

PStR 2011, 110

StBW 2011, 474-475

StBW 2011, 375-376

StuB 2011, 280

VersR 2011, 1190-1192

WM 2011, 406-409

WPg 2011, 496

WuB 2012, 609

ZAP 2011, 349

ZAP EN-Nr. 234/2011

ZInsO 2011, 440-442

ZIP 2011, 422-425

Amtlicher Leitsatz:

GmbHG § 64 Satz 1, 2

Der Geschäftsführer haftet nicht nach § 64 Satz 1 GmbHG, wenn er nach Eintritt der Insolvenzreife rückständige Umsatz- und Lohnsteuern an das Finanzamt und rückständige Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung an die Einzugsstelle zahlt.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 25. Januar 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Dr. Bergmann,
den Richter Dr. Strohn,
die Richterin Dr. Reichart und
die Richter Dr. Drescher und Born
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 15. Juli 2009 unter Zurückweisung des weitergehenden Rechtsmittels im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Klage in Höhe von 23.822,68 € nebst Zinsen abgewiesen worden ist.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Revisionsverfahrens - an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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