BGH, 25.01.2011 - II ZR 122/09 - Regelungen eines Gesellschaftsvertrags einer Publikumspersonengesellschaft über eine einstimmige Beschlussfähigkeit im Krisenfall; Berechtigung zur Erhöhung von Einlagen durch zustimmende Gesellschafter bei nicht erreichtem einstimmigen Gesellschafterbeschluss; Zustimmungsverpflichtung zahlungswilliger Gesellschafter bzgl. eines Ausschluss eines nicht sanierungswilligen Gesellschafters aus einer Gesellschaft aufgrund einer gesellschaftlichen Treuepflicht

Bundesgerichtshof
Urt. v. 25.01.2011, Az.: II ZR 122/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 25.01.2011
Referenz: JurionRS 2011, 13247
Aktenzeichen: II ZR 122/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 12.08.2008 - AZ: 5 O 411/06

KG Berlin - 07.04.2009 - AZ: 19 U 34/08

Fundstellen:

BB 2011, 1100-1104

BB 2011, 961-962

DB 2011, 6

DB 2011, 929-932

DStR 2011, 823-827

DStZ 2011, 388-389

EWiR 2011, 417

GmbHR 2011, 529-533

GmbH-StB 2011, 169-170

GWR 2011, 209

JuS 2011, 646

MDR 2011, 742-743

NJW 2011, 6

NJW 2011, 1667-1670

NotBZ 2011, 288-289

NWB 2011, 1520

NWB direkt 2011, 533

NZG 2011, 510-514

StuB 2011, 435

StX 2011, 366

WM 2011, 885-889

WPg 2011, 644

WuB 2011, 543-545

ZAP 2011, 915

ZAP EN-Nr. 590/2011

ZCG 2011, 127-128

ZIP 2011, 5-6

ZIP 2011, 768-772

ZNotP 2011, 187-191

Amtlicher Leitsatz:

BGB §§ 705, 735, 739

Regelt der Gesellschaftsvertrag einer Publikumspersonengesellschaft, dass eine Kapitalerhöhung auch im Krisenfall nur einstimmig beschlossen werden kann und das Nichterreichen der Einstimmigkeit zur Folge hat, dass die zustimmenden Gesellschafter berechtigt sind, ihre Einlagen zu erhöhen, während die nicht zustimmenden Gesellschafter eine Verringerung ihres Beteiligungsverhältnisses hinzunehmen haben, so sind die zahlungsunwilligen Gesellschafter nicht aus gesellschaftlicher Treuepflicht verpflichtet, einem Beschluss zuzustimmen, dass ein nicht sanierungswilliger Gesellschafter aus der Gesellschaft ausscheidet (Abgrenzung zu BGH, Urteil vom 19. Oktober 2009 - II ZR 240/08, BGHZ 183, 1 - Sanieren oder Ausscheiden).

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 25. Januar 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Dr. Bergmann,
den Richter Dr. Strohn,
die Richterinnen Caliebe und Dr. Reichart sowie
den Richter Dr. Nedden-Boeger
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 19. Zivilsenats des Kammergerichts vom 7. April 2009 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.

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