BGH, 24.03.2010 - VIII ZR 178/08 - Zulässigkeit der Abwälzung konkreter Kostensteigerungen und Anhebung eines vereinbarten Versorgungspreises ohne jede Begrenzung in einem Erdgassonderversorgungsvertrag; Transparenzgebot bei Preisanpassungsbestimmungen in einem Erdgassonderversorgungsvertrag nach dem Heizölindex; Inhaltskontrolle bei sich automatisch ändernden Preisanpassungen des Arbeitspreises in einem Erdgassonderversorgungsvertrag bei Vereinbarkeit der Preisanpassungsklausel mit dem Preisklauselgesetz (PrKG)

Bundesgerichtshof
Urt. v. 24.03.2010, Az.: VIII ZR 178/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 24.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 14524
Aktenzeichen: VIII ZR 178/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Köln - 24.10.2007 - AZ: 26 O 91/06

OLG Köln - 06.06.2008 - AZ: 6 U 203/07

Rechtsgrundlagen:

§ 305 Abs. 1 S. 1 BGB

§ 307 Abs. 1 S. 1 BGB

§ 307 Abs. 3 S. 1 BGB

§ 1 Abs. 1 PrKG

§ 1 Abs. 2 Nr. 2 PrKG

§ 1 UKlaG

Fundstellen:

BGHZ 185, 96 - 114

BB 2010, 837 (Pressemitteilung)

BB 2010, 1365-1369

BB 2010, 1161

FStBW 2010, 828-829

FStNds 2010, 802-803

Info M 2010, 343

JZ 2010, 217

JZ 2010, 377

KommJur 2010, 8

KomVerw/B 2010, 436-437

KomVerw/LSA 2010, 436-437

KomVerw/MV 2010, 436-437

KomVerw/S 2010, 436-437

KomVerw/T 2010, 436-437

MDR 2010, 681

MDR 2010, 13

NJW 2010, 2789-2793 "Koppelung von Gas- und Heizölpreis"

NJW 2010, 10

NJW 2010, 8

NVwZ 2010, 6 (Pressemitteilung)

NWB 2010, 1039

NWB direkt 2010, 325

RdE 2010, 209-215

RdW 2010, 279-281

WM 2010, 1044-1050

WuM 2010, 323

ZIP 2010, 23-24

ZIP 2010, 1240-1245

ZNER 2010, 266-270

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Auch eine nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 PrKG zulässige Spannungsklausel unterliegt im Falle ihrer formularmäßigen Verwendung der Inhaltskontrolle gemäß § 307 BGB.

  2. b)

    Eine Preisanpassungsklausel in einem Erdgassondervertrag, nach der sich der neben einem Grundpreis zu zahlende Arbeitspreis für die Lieferung von Gas zu bestimmten Zeitpunkten ausschließlich in Abhängigkeit von der Preisentwicklung für extra leichtes Heizöl ändert, benachteiligt die Kunden des Gasversorgers - unabhängig von der Frage, ob dessen Gasbezugskosten in demselben Maße von der Preisentwicklung für Öl abhängig sind - unangemessen und ist gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB unwirksam, wenn ein Rückgang der sonstigen Gestehungskosten des Versorgers auch bei dem Grundpreis unberücksichtigt bleibt.

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 18. November 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Ball,
den Richter Dr. Frellesen,
die Richterinnen Hermanns und Dr. Milger sowie
den Richter Dr. Achilles
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 6. Juni 2008 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als zum Nachteil des Klägers erkannt worden ist.

Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil der 26. Zivilkammer des Landgerichts Köln vom 24. Oktober 2007 wird insgesamt zurückgewiesen.

Die Beklagte hat die Kosten der Rechtsmittelverfahren zu tragen.

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