BGH, 24.01.2012 - II ZR 109/11 - Wirksamwerden eines weder nichtigen noch für nichtig erklärten Einziehungsbeschlusses mit der Mitteilung des Beschlusses an den betroffenen Gesellschafter

Bundesgerichtshof
Urt. v. 24.01.2012, Az.: II ZR 109/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 24.01.2012
Referenz: JurionRS 2012, 10746
Aktenzeichen: II ZR 109/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Leipzig - 14.12.2010 - AZ: 7 HKO 918/07

OLG Dresden - 03.05.2011 - AZ: 2 U 1956/10

Rechtsgrundlage:

§ 34 GmbHG

Fundstellen:

BGHZ 192, 236 - 245

BB 2012, 521

BB 2012, 664-666

DB 2012, 504-507

DNotI-Report 2012, 37

DNotZ 2012, 464-469

DStR 2012, 568-571

DStZ 2012, 305

DZWIR 2012, 346-348

EBE/BGH 2012, 76-78

EWiR 2012, 177

GmbHR 2012, 387-390

GmbH-StB 2012, 109-110

GWR 2012, 106

MDR 2012, 418

MittBayNot 2012, 231-233

NJW-Spezial 2012, 144-145

NotBZ 2012, 216

NZG 2012, 259-261

StBW 2012, 328

StBW 2012, 278

StX 2012, 286-287

WM 2012, 406-409

WPg 2012, 520

WuB 2012, 405-407

ZIP 2012, 5

ZIP 2012, 422-425

ZNotP 2012, 150-153

Amtlicher Leitsatz:

GmbHG § 34

  1. a)

    Wenn ein Einziehungsbeschluss weder nichtig ist noch für nichtig erklärt wird, wird die Einziehung mit der Mitteilung des Beschlusses an den betroffenen Gesellschafter und nicht erst mit der Leistung der Abfindung wirksam.

  2. b)

    Die Gesellschafter, die den Einziehungsbeschluss gefasst haben, haften dem ausgeschiedenen Gesellschafter anteilig, wenn sie nicht dafür sorgen, dass die Abfindung aus dem ungebundenen Vermögen der Gesellschaft geleistet werden kann, oder sie die Gesellschaft nicht auflösen.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 24. Januar 2012 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bergmann und den Richter Dr. Strohn, die Richterin Dr. Reichart sowie die Richter Dr. Drescher und Born

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Rechtsmittel der Beklagten wird das Urteil des 2. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden vom 3. Mai 2011 aufgehoben, soweit zum Nachteil der Beklagten entschieden worden ist, und das Urteil der 7. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Leipzig vom 14. Dezember 2010 abgeändert.

Die Klage wird abgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Rechtsstreits.

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