BGH, 23.06.2010 - 2 StR 206/10 - Anforderungen an die tatrichterliche Würdigung bei einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes im Falle der Begehung der Tat nach dem vierzehnten Geburtstag der minderjährigen Person; Voraussetzungen für die Prüfung der Anordnung einer Maßregel nach § 64 Strafgesetzbuch (StGB) wegen chronischer Alkoholabhängigkeit des Angeklagten

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 23.06.2010, Az.: 2 StR 206/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 23.06.2010
Referenz: JurionRS 2010, 19137
Aktenzeichen: 2 StR 206/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Köln - 27.11.2009

Fundstelle:

NStZ-RR 2010, 361

Verfahrensgegenstand:

Sexueller Missbrauch eines Kindes u. a.

Redaktioneller Leitsatz:

Gegen eine Ausnutzung der fehlenden Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung in den Fällen des § 182 Abs. 2 Nr. 1 StGB spricht, wenn die Geschädigte dem Täter erklärt hat, dass sie "das" nicht wolle und er aufhören solle.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers
am 23. Juni 2010
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
beschlossen:

Tenor:

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Köln vom 27. November 2009 in den Fällen 3 und 4 der Urteilsgründe sowie im Gesamtstrafenausspruch mit den jeweils zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Jugendschutzkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Die weitergehende Revision wird verworfen.

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