BGH, 23.06.2009 - XI ZR 156/08 - Anforderungen an die Widerrufsbelehrung i.R.e. verbundenen Vertrags i.S.d. § 358 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB); Vereinbarkeit einer Pflichtenteilung zwischen Unternehmern i.R.e. Verbindung des Verbraucherdarlehensvertrages mit einem anderen Vertrag

Bundesgerichtshof
Urt. v. 23.06.2009, Az.: XI ZR 156/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 23.06.2009
Referenz: JurionRS 2009, 18112
Aktenzeichen: XI ZR 156/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 06.12.2007 - AZ: 22 O 16325/07

OLG München - 28.04.2008 - AZ: 17 U 1546/08

Fundstellen:

BGHReport 2009, 1056-1058

DB 2009, 1873

EBE/BGH 2009, 277-279

EWiR 2010, 175

JurBüro 2009, 668

MDR 2009, 1178-1179

NJ 2009, 474-475

NJW 2009, 3020-3022

NWB 2009, 2721

NWB direkt 2009, 902

VuR 2009, 382

WM 2009, 1497-1500

WuB 2009, 753-754

ZAP EN-Nr. 598/2009

ZBB 2009, 395

ZGS 2009, 422-425

ZIP 2009, 1512-1515

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Sind Verbraucherdarlehensvertrag und finanziertes Geschäft verbundene Verträge im Sinne des § 358 Abs. 3 BGB, darf die dem Verbraucher erteilte Widerrufsbelehrung einem unbefangenen rechtsunkundigen Leser nicht den unzutreffenden Eindruck vermitteln, mit einem Widerruf könne er sich ausschließlich von den Bindungen des finanzierten Geschäfts lösen, nicht aber von den Bindungen des Darlehensvertrags.

  2. b)

    Eine "Pflichtenteilung" der Unternehmer, nach welcher der Darlehensgeber über den Ausschluss des § 495 BGB wegen eines vorrangigen Widerrufsrechts in Bezug auf das Verbundgeschäft zu belehren habe und allein der Vertragspartner des finanzierten Geschäfts über die Erstreckungswirkung des § 358 Abs. 1 BGB, ist mit dem Schutzzweck der gemäß § 355 Abs. 2, § 358 Abs. 5 BGB zu erteilenden qualifizierten Widerrufsbelehrung nicht zu vereinbaren.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 23. Juni 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Wiechers,
den Richter Dr. Joeres,
die Richterin Mayen und
die Richter Dr. Ellenberger und Dr. Matthias
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 17. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 28. April 2008 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.

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