BGH, 22.09.2011 - IX ZR 19/09 - Beweislastverteilung für den Ursachenzusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden in einem Anwaltshaftungsprozess

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 22.09.2011, Az.: IX ZR 19/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 22.09.2011
Referenz: JurionRS 2011, 25088
Aktenzeichen: IX ZR 19/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München II - 30.04.2008 - AZ: 13R O 2131/07

OLG München - 14.01.2009 - AZ: 15 U 3032/08

Fundstelle:

BRAK-Mitt 2012, 25

Redaktioneller Leitsatz:

1.

Ein Mandant, der einen Prozeß durch alle Instanzen führen will, muss über die Risiken der Fortführung)des Prozesses aufgeklärt werden.

2.

Der anspruchstellende Mandant ist beweispflichtig für den Ursachenzusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden.

3.

Bei der Verletzung von Beratungspflichten gilt die Vermutung, dass der Mandant bei pflichtgemäßer Belehrung des Anwalts dessen Hinweisen folgt.

4.

Wenn die Vermutung beratungsgerechten Verhaltens eingreift, bewirkt sie keine Beweislastumkehr.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser,
die Richter Raebel und Vill,
die Richterin Lohmann und
den Richter Dr. Pape
am 22. September 2011
beschlossen:

Tenor:

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 15. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 14. Januar 2009, berichtigt durch Beschluss vom 16. Februar 2009, wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 81.351,90 € festgesetzt.

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