BGH, 22.07.2010 - VII ZR 213/08 - Zuschlag in einem durch ein Nachprüfungsverfahren verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren über Bauleistungen hinsichtlich der Nichteinhaltung der ausgeschriebenen Fristen und Termine und der Erwähnung einer neuen Bauzeit im Zuschlagsschreiben

Bundesgerichtshof
Urt. v. 22.07.2010, Az.: VII ZR 213/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 22.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 21559
Aktenzeichen: VII ZR 213/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Aurich - 08.01.2008 - AZ: 3 O 1271/06 (317)

LG Aurich - 20.06.2008 - AZ: 3 O 1271/06 (317)

OLG Oldenburg - 14.10.2008 - AZ: 12 U 76/08

nachgehend:

BGH - 23.09.2010 - AZ: VII ZR 213/08

OLG Oldenburg - 25.01.2011 - AZ: 12 U 76/08

BGH - 10.01.2013 - AZ: VII ZR 37/11

Rechtsgrundlagen:

§ 2 Nr. 5 VOB/B

§ 133 BGB

§ 148 BGB

§ 150 Abs. 2 BGB

§ 157 BGB

Art. 267 Abs. 1 Buchst. b AEUV

Art. 267 Abs. 3 AEUV

Fundstellen:

BGHZ 186, 295 - 314

BauR 2010, 2168

BauR 2010, 1921-1928

BauSV 2011, 78-79

FStBW 2011, 81-84

FStHe 2011, 238-241

GK/Bay 2011, 88-92

IBR 2010, 549

IBR 2010, 551

IBR 2010, 606

KomVerw/B 2011, 68-71

KomVerw/LSA 2011, 75-77

KomVerw/MV 2011, 67-70

KomVerw/S 2011, 75-77

KomVerw/T 2011, 71-74

MDR 2010, 1314-1315

NJW-Spezial 2010, 558

NZBau 2010, 622-627

Vergabe-News 2010, 89

VergabeR 2010, 945-953

ZAP 2010, 1034

ZAP EN-Nr. 666/2010

ZfBR 2010, 814-820

ZGS 2010, 468-474

Amtlicher Leitsatz:

BGB §§ 133 B, 157 D

Ein Zuschlag in einem durch ein Nachprüfungsverfahren verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren über Bauleistungen erfolgt im Zweifel auch dann zu den ausgeschriebenen Fristen und Terminen, wenn diese nicht mehr eingehalten werden können und der Auftraggeber daher im Zuschlagsschreiben eine neue Bauzeit erwähnt.

Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 22. Juli 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka und
die Richter Bauner, Dr. Eick, Halfmeier und Leupertz
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 14. Oktober 2008 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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