BGH, 22.06.2011 - 2 StR 135/11 - Voraussetzungen für die Annahme eines minderschweren Falls des schweren Raubes bei Mitführen eines Messers in der Hand ohne Drohungsabsicht

Bundesgerichtshof
Urt. v. 22.06.2011, Az.: 2 StR 135/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 22.06.2011
Referenz: JurionRS 2011, 21225
Aktenzeichen: 2 StR 135/11
 

Verfahrensgegenstand:

Besonders schwerer Raub u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Bei der Prüfung des Vorliegens eines minderschweren Falles muss untersucht werden, ob das gesamte Tatbild einschließlich aller subjektiver Momente und der Täterpersönlichkeit vom Durchschnitt der gewöhnlich vorkommenden Fälle so erheblich abweicht, dass die Anwendung des Ausnahmestrafrahmens des § 250 Abs. 3 StGB geboten erscheint.

  2. 2.

    Dafür ist eine Gesamtbetrachtung erforderlich, bei der alle Umstände heranzuziehen und zu würdigen sind, die für die Wertung der Tat und des jeweiligen Täters in Betracht kommen, gleich, ob sie der Tat selbst innewohnen, sie begleiten, ihr vorausgehen oder nachfolgen.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
in der Sitzung vom 22. Juni 2011,
an der teilgenommen haben:
Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Fischer als Vorsitzender und
die Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Schmitt, Dr. Berger, Prof. Dr. Krehl, Dr. Eschelbach,
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landgerichts Kassel vom 22. November 2010 wird verworfen.

Die Kosten des Rechtsmittels und die notwendigen Auslagen der Angeklagten hat die Staatskasse zu tragen.

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