BGH, 22.03.2010 - NotZ 16/09 - Vereinbarkeit eines Erlöschen des Amtes eines Notars mit Erreichen der Altersgrenze von 70 Jahren mit dem Grundgesetz und Europarecht; Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot aufgrund des Alters bei Erlöschen des Amtes eines Notars mit Erreichen der Altersgrenze von 70 Jahren

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 22.03.2010, Az.: NotZ 16/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 22.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 13563
Aktenzeichen: NotZ 16/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

OLG Köln - 03.08.2009 - AZ: 2 X (Not) 8/09

Rechtsgrundlagen:

§ 47 Nr. 1 BNotO

§ 48a BNotO

Art. 3 Abs. 1 GG

Art. 12 Abs. 1 GG

Art. 33 Abs. 2 GG

Art. 33 Abs. 5 GG

Art. 1 RL 78/2000/EG

Art. 2 Abs. 1 RL 78/2000/EG

Art. 2 Abs. 2 lit. a RL 78/2000/EG

Art. 3 Abs. 1 lit. a RL 78/2000/EG

Art. 6 Abs. 1 S. 1 RL 78/2000/EG

Fundstellen:

BGHZ 185, 30 - 43

BRAK-Mitt 2010, 144

DB 2010, 8

DB 2010, 955

DNotZ 2011, 153-156

JZ 2010, 348

MDR 2010, 720

NJ 2010, 4

NJW 2010, 3783-3787

NJW 2010, 8

NotBZ 2010, 6-7

RENOpraxis 2010, 153

ZAP 2010, 581

ZAP EN-Nr. 404/2010

ZNotP 2010, 235-239

Verfahrensgegenstand:

Erlöschen des Notaramtes

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Die Regelung in §§ 47 Nr. 1, 48a BNotO, wonach das Amt des Notars mit Erreichen der Altersgrenze von 70 Jahren erlischt, ist mit dem Grundgesetz vereinbar.

  2. b)

    Sie verstößt auch nicht gegen das aus der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf folgende Verbot der Diskriminierung aufgrund des Alters.

Der Bundesgerichtshof, Senat für Notarsachen, hat
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
die Richterin Dr. Kessal-Wulf,
den Richter Dr. Appl sowie
den Notar Justizrat Dr. Bauer und
die Notarin Dr. Brose-Preuß
auf die mündliche Verhandlung vom 22. März 2010
beschlossen:

Tenor:

Die sofortige Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Senats für Notarsachen des Oberlandesgerichts Köln vom 3. August 2009 - 2 X (Not) 8/09 - wird zurückgewiesen.

Der Antragsteller hat die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen und dem Antragsgegner die in diesem Verfahren entstandenen außergerichtlichen Kosten zu erstatten.

Der Geschäftswert beträgt 50.000 EUR.

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