BGH, 21.12.2011 - VIII ZR 166/11 - Anforderungen an die Beeinflussung des Sachvortrages der Partei durch die Rechtsansicht des Gerichts des ersten Rechtszugs i.S.d. § 531 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 ZPO

Bundesgerichtshof
Urt. v. 21.12.2011, Az.: VIII ZR 166/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 21.12.2011
Referenz: JurionRS 2011, 33735
Aktenzeichen: VIII ZR 166/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Berlin-Schöneberg - 02.06.2010 - AZ: 6 C 83/10

LG Berlin - 06.05.2011 - AZ: 63 S 373/10

Fundstellen:

AnwBl 2012, 100-101

FamRZ 2012, 545

JurBüro 2012, 333

MDR 2012, 487-488

NJ 2012, 3

NJW-RR 2012, 341-343

NZM 2012, 231-233

WuM 2012, 160-163

WuM 2012, 437

ZMR 2012, 345-348

Amtlicher Leitsatz:

ZPO § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1

Die für die Anwendung des § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO erforderliche Voraussetzung, dass die Rechtsansicht des Gerichts des ersten Rechtszugs den Sachvortag der Partei mit beeinflusst hat, ist (schon) dann erfüllt, wenn dieses die Partei durch seine Prozessleitung oder seine erkennbare rechtliche Beurteilung des Streitverhältnisses davon abgehalten hat, zu bestimmten Gesichtspunkten (weiter) vorzutragen (im Anschluss an BGH, Urteile vom 19. Februar 2004 - III ZR 147/03, WM 2004, 2213 [BGH 19.02.2004 - III ZR 147/03] mwN; vom 30. Juni 2006 - V ZR 148/05, NJW-RR 2006, 1292). Hierfür genügt es, dass das erstinstanzliche Gericht durch das Unterlassen von Hinweisen den Eindruck erweckt, weiterer Vortrag sei aus seiner Sicht nicht erforderlich (im Anschluss an BGH, Urteile vom 14. Oktober 2004 - VII ZR 180/03, NJW-RR 2005, 213; vom 30. Juni 2006 - V ZR 148/05, NJW-RR 2006, 1292 [BGH 30.06.2006 - V ZR 148/05]; Beschluss vom 22. Februar 2007 - III ZR 114/06, NJW-RR 2007, 774).

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 21. Dezember 2011 durch den Vorsitzenden Richter Ball, die Richterin Dr. Milger, den Richter Dr. Schneider, die Richterin Dr. Fetzer und den Richter Dr. Bünger

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin und des Drittwiderbeklagten wird das Urteil des Landgerichts Berlin - Zivilkammer 63 - vom 6. Mai 2011 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Beseitigungsklage im Umfang der Verurteilung unter Ziffer 1 der Entscheidungsformel des Urteils des Amtsgerichts Schöneberg vom 2. Juni 2010 abgewiesen und der Widerklage stattgegeben worden ist.

Die Sache wird im Umfang der Aufhebung zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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