BGH, 21.12.2010 - VI ZB 28/10 - Erforderlichkeit der qualifizierten elektronischen Signatur einer elektronisch übermittelten Berufungsbegründung durch einen zur Vertretung bei einem Berufungsgericht berechtigten Rechtsanwalt; Wahrung der Formerfordernisse im Zusammenhang mit der elektronischen Übermittlung von Berufungsbegründungen bei Signatur durch einen Dritten unter Verwendung der Signaturkarte eines Rechtsanwalts

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 21.12.2010, Az.: VI ZB 28/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 21.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 32811
Aktenzeichen: VI ZB 28/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Zossen - 17.12.2009 - AZ: 3 C 314/09

LG Potsdam - 10.05.2010 - AZ: 2 S 1/10

Fundstellen:

BGHZ 188, 38 - 43

AnwBl 2011, 295-296

BRAK-Mitt 2011, 77

CR 2011, 322-324

DStR 2011, 13

EBE/BGH 2011, 50-51

FamRZ 2011, 558-559

HFR 2011, 703-704

ITRB 2011, 121-122

ITRB 2011, 152

JurBüro 2011, 334-335

K&R 2011, 198

MDR 2011, 251-252

Mitt. 2011, 148-150 "Elektronische Signatur"

MMR 2011, 283-284

NJ 2011, 169-170

NJW 2011, 8

NJW 2011, 1294-1295 ""Eigenhändigkeit""

PA 2011, 79

RENOpraxis 2011, 82

VersR 2011, 547-549

WM 2011, 478-480

ZAP 2011, 291

ZAP EN-Nr. 193/2011

Amtlicher Leitsatz:

ZPO § 130a

Bei einer elektronisch übermittelten Berufungsbegründung muss die qualifizierte e-lektronische Signatur grundsätzlich durch einen zur Vertretung bei dem Berufungsgericht berechtigten Rechtsanwalt erfolgen. Dieses Formerfordernis ist jedenfalls dann nicht gewahrt, wenn die Signatur von einem Dritten unter Verwendung der Signaturkarte des Rechtsanwalts vorgenommen wird, ohne dass dieser den Inhalt des betreffenden Schriftsatzes geprüft und sich zu eigen gemacht hat.

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 21. Dezember 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
den Richter Zoll,
die Richterin Diederichsen,
den Richter Pauge und
die Richterin von Pentz
beschlossen:

Tenor:

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 2. Zivilkammer des Landgerichts Potsdam vom 10. Mai 2010 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Beschwerdewert: 4.000 €

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