BGH, 21.10.2011 - V ZR 10/11 - Löschung als Konsequenz einer bei neu angelegtem Grundbuchblatt nicht übertragenen Dienstbarkeit im Servitutenbuch einer württembergischen Gemeinde

Bundesgerichtshof
Urt. v. 21.10.2011, Az.: V ZR 10/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 21.10.2011
Referenz: JurionRS 2011, 30681
Aktenzeichen: V ZR 10/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Waiblingen - 25.02.2010 - AZ: 7 C 918/09

LG Stuttgart - 08.12.2010 - AZ: 5 S 65/10

Rechtsgrundlagen:

§ 1 Abs. 4 GBO

§ 46 Abs. 2 GBO

§ 142 Abs. 2 GBO

§ 4 GBV

§ 21 GBVO BW

Fundstellen:

FStBW 2012, 599-601

GuT 2014, 232

MDR 2012, 141-142

NJW-RR 2012, 346-349

NZM 2012, 437

Rpfleger 2012, 193-196

WM 2012, 1004-1007

ZfIR 2012, 75-76

Amtlicher Leitsatz:

GBO § 1 Abs. 4, § 46 Abs. 2, § 142 Abs. 2; GBV § 4; GBVO BW § 21

  1. a)

    Auch eine im Servitutenbuch einer württembergischen Gemeinde eingetragene Dienstbarkeit muss auf einem gemäß §§ 4 ff. GBV neu angelegten Grundbuchblatt als Belastung eingetragen sein. Ist sie auf das neue Grundbuchblatt nicht übertragen worden, gilt sie nach dem in § 46 Abs. 2 GBO bestimmten Grundsatz als gelöscht (wenngleich materiell-rechtlich weiterbestehend).

  2. b)

    Aufgrund der Verweisung auf Art. 55 EGBGB in § 142 Abs. 2 GBO sind von der Grundbuchordnung abweichende landesrechtliche Vorschriften außer Kraft getreten. Die Grundbuchordnung enthält keinen Vorbehalt, der es erlaubte, nach §§ 4 ff. GBV angelegte Grundbücher nach landesrechtlichen Vorschriften in Verbindung mit einem anderen Register als das Grundbuch im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu führen.

Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 21. Oktober 2011 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger, die Richterin Dr. Stresemann, den Richter Dr. Czub und die Richterinnen Dr. Brückner und Weinland

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil der 5. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart vom 8. Dezember 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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