BGH, 20.09.2010 - II ZR 78/09 - Ersatzpflicht der Mitglieder eines fakultativen Aufsichtsrats einer GmbH im Hinblick auf die Schädigung des Gesellschaftsvermögens durch regelwidrige Zahlungen; Haftung der Aufsichtsratsmitglieder bzgl. einer Verminderung der Insolvenzmasse und einer dahingehenden Schädigung allein der Insolvenzgläubiger

Bundesgerichtshof
Urt. v. 20.09.2010, Az.: II ZR 78/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 20.09.2010
Referenz: JurionRS 2010, 24511
Aktenzeichen: II ZR 78/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Cottbus, 4 O 344/05 vom 26.06.2007

OLG Brandenburg - 17.02.2009 - AZ: 6 U 102/07

Fundstellen:

BGHZ 187, 60 - 68

AG 2010, 785-787

AR 2011, 9

BB 2010, 2513

BB 2010, 2657-2659

DB 2010, 2270-2272

DStR 2010, 2090-2093

DStR 2011, 631-632

EWiR 2010, 713

FStBay 2011, 684-688

GmbHR 2010, 1200-1203

GmbH-StB 2010, 320-321

GWR 2010, 496

JuS 2011, 75

JZ 2010, 1188-1191

KommJur 2011, 141-143

Konzern 2010, 624

KSI 2011, 41

MDR 2010, 1334-1336

NJ 2011, 76-77

NJW 2011, 221-224 "DOBERLUG"

NJW-Spezial 2010, 687

NWB 2010, 3343

NWB direkt 2010, 1085

NZG 2010, 1186-1189

NZG 2010, 1338

NZI 2010, 913-915

NZI 2011, 52

StuB 2010, 888

StX 2010, 687

VersR 2011, 84-86

WM 2010, 1947-1950

WPg 2010, 1176

WuB 2011, 33-35

ZAP 2010, 1157-1158

ZAP EN-Nr. 733/2010

ZBB 2010, 516-517

ZInsO 2010, 1943-1946

ZIP 2010, 1988-1991

ZNotP 2010, 484-487

Amtlicher Leitsatz:

GmbHG § 52; AktG §§ 116, 93 Abs. 1, 2

Die Mitglieder eines fakultativen Aufsichtsrats einer GmbH sind bei einer Verletzung ihrer Überwachungspflicht hinsichtlich der Beachtung des Zahlungsverbots aus § 64 Satz 1 GmbHG nur dann der GmbH gegenüber nach § 93 Abs. 2, § 116 AktG, § 52 GmbHG ersatzpflichtig, wenn die Gesellschaft durch die regelwidrigen Zahlungen in ihrem Vermögen i.S. der §§ 249 ff. BGB geschädigt worden ist. Die Aufsichtsratsmitglieder haften dagegen nicht, wenn die Zahlung - wie im Regelfall - nur zu einer Verminderung der Insolvenzmasse und damit zu einem Schaden allein der Insolvenzgläubiger geführt hat.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 12. Juli 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Dr. Strohn, Caliebe, Dr. Reichart und Dr. Löffler
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revisionen der Beklagten wird das Urteil des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 17. Februar 2009 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als zum Nachteil der Beklagten entschieden worden ist.

Die Berufung des Klägers gegen das Urteil der 4. Zivilkammer des Landgerichts Cottbus vom 26. Juni 2007 wird zurückgewiesen.

Die Kosten der Rechtsmittelverfahren hat der Kläger zu tragen.

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