BGH, 20.07.2010 - IX ZR 37/09 - Rechtsmacht eines vorläufigen Verwalters/Treuhänders zur Versagung einer Genehmigung in der Insolvenz des Schuldners bei einer im Einziehungsermächtigungsverfahren erfolgten Einlösung einer Lastschrift unter Verwendung des unpfändbaren Schuldnervermögens; Genehmigungsverweigerungsrecht eines vorläufigen Verwalters/Treuhänders hinsichtlich eines im Einzugsermächtigungsverfahren erfolgten und vom Schuldner noch nicht genehmigten Lastschriften

Bundesgerichtshof
Urt. v. 20.07.2010, Az.: IX ZR 37/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 20.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20942
Aktenzeichen: IX ZR 37/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Leipzig - 24.09.2008 - AZ: 109 C 2936/08

LG Leipzig - 30.01.2009 - AZ: 07 S 489/08

Rechtsgrundlagen:

§ 21 InsO

§ 22 InsO

§ 36 Abs. 1 S. 2 InsO

§ 80 Abs. 1 InsO

§ 850c ZPO i.d.F. vom 30. Juni 2010

§ 850i ZPO i.d.F. vom 30. Juni 2010

§ 850k ZPO i.d.F. vom 30. Juni 2010

Fundstellen:

BGHZ 186, 242 - 253

BB 2010, 1993

BB 2010, 2072-2075

BB 2010, 1801-1802 (Pressemitteilung)

DB 2010, 1814-1817

DStR 2010, 1993

EWiR 2010, 537

FamRZ 2010, 1657

GWR 2010, 435

Info M 2011, 93

InsbürO 2010, 352-354

KTS 2010, 379-382 (Pressemitteilung)

KTS 2011, 97-103

MDR 2010, 1202-1203

NJ 2010, 478-479

NJW 2010, 3517-3520

NJW-Spezial 2010, 599

NWB 2010, 2440-2441

NWB direkt 2010, 822-823

NZG 2010, 1100

NZI 2010, 731-734

NZM 2010, 833-836

StBW 2010, 808-810

StuB 2010, 724

WM 2010, 1543-1546

WuB 2010, 571

ZBB 2010, 432

ZInsO 2010, 1534-1538

ZIP 2010, 1552-1556

ZVI 2010, 382-385

Amtlicher Leitsatz:

InsO §§ 21, 22, § 36 Abs. 1 Satz 2, § 80 Abs. 1; ZPO§§ 850c, 850i, 850k ZPO in der bis 30. Juni 2010 geltenden Fassung

  1. 1.

    Ist eine im Einziehungsermächtigungsverfahren erfolgte Lastschrift unter Verwendung des unpfändbaren Schuldnervermögens eingelöst worden, fehlt dem (vorläufigen) Verwalter/Treuhänder in der Insolvenz des Schuldners - unabhängig davon, ob jenem die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis übertragen worden ist - die Rechtsmacht, die Genehmigung zu versagen.

  2. 2.

    Der (vorläufige) Verwalter/Treuhänder darf im Einzugsermächtigungsverfahren erfolgten, vom Schuldner noch nicht genehmigten Lastschriften nicht pauschal die Genehmigung versagen, sondern muss im Einzelfall prüfen, wie weit seine Rechtsmacht reicht.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 20. Juli 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Dr. Ganter,
die Richter Prof. Dr. Gehrlein und Vill,
die Richterin Lohmann und
den Richter Dr. Fischer
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil der 7. Zivilkammer des Landgerichts Leipzig vom 30. Januar 2009 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.

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