BGH, 19.10.2010 - XI ZR 376/09 - Geltendmachung eines Einwendungsdurchgriffs durch einen Darlehensnehmer wegen fahrlässiger Aufklärungspflichtverletzung eines Vermittlers i.R.d. Abschlusses eines Darlehensvertrages in einer Haustürsituation

Bundesgerichtshof
Urt. v. 19.10.2010, Az.: XI ZR 376/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 19.10.2010
Referenz: JurionRS 2010, 27683
Aktenzeichen: XI ZR 376/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Frankfurt an der Oder - 03.02.2009 - AZ: 12 O 390/07

OLG Brandenburg - 02.12.2009 - AZ: 4 U 28/09

Rechtsgrundlagen:

§ 276 BGB

§ 278 BGB

§ 4 Abs. 1 S. 4 Nr. 1b VerbrKrG

§ 6 Abs. 2 S. 2 VerbrKrG

§ 9 Abs. 1 VerbrKrG

§ 9 Abs. 3 VerbrKrG

§ 172 Abs. 4 HGB

Fundstellen:

BB 2010, 3033

DB 2011, 529-531

EWiR 2011, 7

GWR 2010, 602

Kreditwesen 2011, 235-236

MDR 2011, 58-59

NJ 2011, 122-123

NJW 2010, 8

NJW-RR 2011, 263-265

NZG 2011, 192-194

VuR 2011, 21-22

WM 2010, 2304-2307

WuB 2011, 151-153

ZAP 2011, 10

ZAP EN-Nr. 6/2011

ZBB 2011, 83

ZfIR 2011, 36

ZGS 2011, 34-37

ZIP 2010, 2394-2397

Amtlicher Leitsatz:

BGB aF § 123, § 276 (Fb)

Ein Darlehensnehmer kann sich gegenüber der seine Fondsbeteiligung finanzierenden Bank in Fällen eines verbundenen Geschäfts mit Erfolg auf einen Einwendungsdurchgriff berufen, wenn er durch vorsätzlich falsche Angaben des Vermittlers zu dem Fondsbeitritt bewogen worden ist, nicht hingegen wenn sein Beitritt durch eine nur fahrlässige Aufklärungspflichtverletzung verursacht wurde (Bestätigung von BGHZ 167, 239 Rn. 27 ff.).

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 19. Oktober 2010
durch
den Richter Dr. Joeres,
die Richterin Mayen und
die Richter Dr. Grüneberg, Maihold und Pamp
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 4. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 2. Dezember 2009 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.

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