BGH, 19.10.2009 - II ZR 240/08 - Nachschusspflicht der Gesellschafter einer Publikumspersonengesellschaft im Sanierungsfall

Bundesgerichtshof
Urt. v. 19.10.2009, Az.: II ZR 240/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 19.10.2009
Referenz: JurionRS 2009, 25412
Aktenzeichen: II ZR 240/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 01.09.2006 - AZ: 100 O 141/05

LG Berlin - 01.09.2006 - AZ: 100 O 141/05

KG Berlin - 19.09.2008 - AZ: 14 U 9/07

Fundstellen:

BGHZ 183, 1 - 13

BB 2010, 10-13

BB 2009, 2321 (Pressemitteilung)

DB 2009, 2596-2599

DNotZ 2010, 378-385

DStR 2009, 2495-2499

EWiR 2009, 739

GmbHR 2010, 32-36

GmbH-StB 2010, 8-9

GWR 2009, 441

ImmoStR 2010, 140

Info M 2010, 137

JuS 2010, 162-163

JZ 2010, 153-156

KÖSDI 2010, 16790

KSI 2010, 40-41

MDR 2010, 95-96 ""Sanieren oder Ausscheiden""

NJ 2010, 205-206

NJW 2010, 65-69 "Sanieren oder Ausscheiden"

NJW-Spezial 2010, 80-81

NotBZ 2009, 486-487

NWB 2009, 3480

NWB direkt 2009, 1142

NZG 2009, 1347-1350

NZI 2009, 907-910

StuB 2009, 933

StX 2009, 783-784

WM 2009, 2264-2268

WPg 2010, 258

WuB 2010, 149-151

ZAP EN-Nr. 18/2010

ZBB 2009, 445

ZfIR 2009, 886

ZfIR 2010, 503-507

ZInsO 2010, 595-596

ZInsO 2009, 2257-2261

ZIP 2009, 2289-2293

Verfahrensgegenstand:

"Sanieren oder Ausscheiden"

Amtlicher Leitsatz:

Beschließen die Gesellschafter einer zahlungsunfähigen und überschuldeten Publikumspersonengesellschaft mit der im Gesellschaftsvertrag für Änderungen des Vertrages vereinbarten Mehrheit die Gesellschaft in der Weise zu sanieren, dass das Kapital "herabgesetzt" und jedem Gesellschafter frei gestellt wird, eine neue Beitragspflicht einzugehen ("Kapitalerhöhung"), dass ein nicht sanierungswilliger Gesellschafter aber aus der Gesellschaft ausscheiden muss, so sind die nicht zahlungsbereiten Gesellschafter aus gesellschafterlicher Treuepflicht jedenfalls dann verpflichtet, diesem Gesellschafterbeschluss zuzustimmen, wenn sie infolge ihrer mit dem Ausscheiden verbundenen Pflicht, den auf sie entfallenden Auseinandersetzungsfehlbetrag zu leisten, finanziell nicht schlechter stehen, als sie im Falle der sofortigen Liquidation stünden.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 19. Oktober 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Caliebe, Dr. Drescher, Dr. Löffler und Bender

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 14. Zivilsenats des Kammergerichts vom 19. September 2008 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Nichtzulassungsbeschwerde- und des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

Diese Artikel im Bereich Wirtschaft und Gewerbe könnten Sie interessieren

KG Berlin zur nachträglichen Installation eines GmbH-Aufsichtsrats

KG Berlin zur nachträglichen Installation eines GmbH-Aufsichtsrats

Streit kommt bekanntlich in den besten Familien vor und natürlich auch unter den Gesellschaftern einer GmbH. Vor dem Kammergericht Berlin stritten sich GmbH-Gesellschafter über die nachträgliche… mehr

Haftung GmbH Geschäftsführer: 5 goldene Regeln und Haftungsvermeidungsstrategien

Haftung GmbH Geschäftsführer: 5 goldene Regeln und Haftungsvermeidungsstrategien

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) privilegiert ihre Gesellschafter und nicht ihren Geschäftsführer. Dieser hat als Organ fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen und dabei die… mehr

Der Anspruch einzelner Gesellschafter auf die Verlegung einer Gesellschafterversammlung

Der Anspruch einzelner Gesellschafter auf die Verlegung einer Gesellschafterversammlung

Es ist nicht immer leicht einen Termin für eine anstehende Gesellschafterversammlung zu finden, der tatsächlich allen Gesellschaftern passt. Unter welchen Umständen ein verhinderter Gesellschafter… mehr