BGH, 19.07.2011 - X ZR 140/10 - Folgen eines Antrags auf Eintragung der Rechtsänderung beim Grundbuchamt für die Leistung eines geschenkten Grundstücks; Hinderung des Beginns der in § 529 Abs. 1 Fall 2 BGB vorgesehenen Zehnjahresfrist im Falle des Vorbehalts eines lebenslangen Nutzungsrechts an dem verschenkten Grundstück dem Schenker

Bundesgerichtshof
Urt. v. 19.07.2011, Az.: X ZR 140/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 19.07.2011
Referenz: JurionRS 2011, 22075
Aktenzeichen: X ZR 140/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 30.03.2010 - AZ: 3 O 7563/09

OLG München - 20.10.2010 - AZ: 15 U 2916/10

Fundstellen:

BGHZ 190, 281 - 290

DNotI-Report 2011, 138

DNotI-Report 2011, 152

DNotZ 2012, 507-512

EBE/BGH 2011, 286-288

ErbBstg 2011, 271-272

ErbR 2011, 311-314

FamRZ 2011, 1579-1581

I&F 2011, 785

JA 2011, 946

JurBüro 2012, 51

JuS 2012, 71

MDR 2011, 1088-1089

MittBayNot 2012, 34-36

NJ 2011, 5

NJW 2011, 8 "Bestimmung des Leistungszeitpunkts"

NJW 2011, 3082-3085

NJW-Spezial 2011, 584

NotBZ 2011, 433-434

NZI 2011, 830-832

NZM 2012, 652-654

RENOpraxis 2011, 274-275

WM 2011, 2193-2196

WuM 2011, 523-524

ZAP 2011, 1081

ZAP EN-Nr. 684/2011

ZErb 2011, 338

ZEV 2011, 527

ZEV 2011, 666-669

ZGS 2011, 461-464

ZNotP 2011, 383-386

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 529 Abs. 1 Fall 2

  1. a)

    Bei der Schenkung eines Grundstücks genügt es zur Leistung des geschenkten Gegenstandes im Sinne von § 529 Abs. 1 Fall 2 BGB, dass der Beschenkte nach dem formgerechten Abschluss des Schenkungsvertrages und der Auflassung einen Antrag auf Eintragung der Rechtsänderung beim Grundbuchamt eingereicht hat.

  2. b)

    Der Beginn der in § 529 Abs. 1 Fall 2 BGB vorgesehenen Zehnjahresfrist wird nicht dadurch gehindert, dass sich der Schenker an dem verschenkten Grundstück ein lebenslanges Nutzungsrecht vorbehält.

Der X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 19. Juli 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Meier-Beck,
die Richterin Mühlens und
die Richter Gröning, Dr. Grabinski und Dr. Bacher
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das am 20. Oktober 2010 verkündete Urteil des 15. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

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