BGH, 19.05.2010 - 2 StR 278/09 - Rücktritt vom Versuch des Totschlags durch einen Aktivtäter bei erkennbar nicht mehr fortbestehendem Einverständnis eines durch Unterlassen beteiligten, anwesenden Nebentäters; Abgrenzung eines unbeendeten vom beendeten Versuch einer Tötung durch Verbrennen des Opfers nach dem Rücktrittshorizont eines Täters bei Löschen der letzten Flammen am Körper einer im Wesentlichen gelöschten Person

Bundesgerichtshof
Urt. v. 19.05.2010, Az.: 2 StR 278/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 19.05.2010
Referenz: JurionRS 2010, 17958
Aktenzeichen: 2 StR 278/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Köln - 13.11.2008

Fundstellen:

JuS 2011, 78-80

Life&Law 2010, 741-748

NStZ 2010, 690-692

NStZ-RR 2011, 35

RÜ 2010, 505-508

StraFo 2010, 389-391

Verfahrensgegenstand:

Versuchter Totschlag u. a.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
in der Sitzung vom 19. Mai 2010,
an der teilgenommen haben:
Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Rissing-van Saan,
Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Fischer,
Richterin am Bundesgerichtshof Roggenbuck,
Richter am Bundesgerichtshof Dr. Appl, Prof. Dr. Schmitt,
Staatsanwalt als Vertreter der Bundesanwaltschaft,
Rechtsanwalt V. ,
Rechtsanwalt L. ,
Rechtsanwältin Va. ,
Rechtsanwältin K. , als Verteidiger,
Rechtsanwalt als Vertreter des Nebenklägers,
Justizangestellte als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,
für Recht erkannt:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revisionen der Angeklagten Va. und K. wird das Urteil des Landgerichts Köln vom 13. November 2008

    1. a)

      im Schuldspruch dahin geändert, dass die Angeklagten der schweren Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung und Freiheitsberaubung schuldig sind;

    2. b)

      im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

  2. 2.

    Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Rechtsmittel, an eine andere Jugendkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  3. 3.

    Die weitergehenden Revisionen dieser Angeklagten werden verworfen.

  4. 4.

    Die Revisionen der Angeklagten V. und L. gegen das vorbezeichnete Urteil werden mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass von den verhängten Jugendstrafen jeweils ein Monat als vollstreckt gilt.

  5. 5.

    Die Angeklagten V. und L. haben die dem Nebenkläger im Rechtsmittelverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen. Von der Auferlegung der Kosten des Rechtsmittelverfahrens wird hinsichtlich dieser Angeklagten abgesehen.

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