BGH, 18.05.2010 - 5 StR 143/10 - Annahme einer sukzessiven Mittäterschaft durch das Verlassen eines tödlich Verletzten; Einbeziehung eines Urteils zur Bildung einer einheitlichen Jugendstrafe bei fehlender ausdrücklicher Begründung

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 18.05.2010, Az.: 5 StR 143/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 18.05.2010
Referenz: JurionRS 2010, 16672
Aktenzeichen: 5 StR 143/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Neuruppin - 03.12.2009

Fundstelle:

StraFo 2010, 296

Verfahrensgegenstand:

Totschlag u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

Die Annahme sukzessiver aktiver Mittäterschaft scheidet aus, wenn der (Mit-)Täter keinen Beitrag zu einer aktiven Tatbestandsverwirklichung mehr geleistet hat.

Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 18. Mai 2010
beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Neuruppin vom 3. Dezember 2009 gemäß § 349 Abs. 4 StPO im Schuldspruch dahingehend abgeändert, dass der Angeklagte wegen Beihilfe zum Totschlag in Tateinheit mit Beihilfe zur Freiheitsberaubung mit Todesfolge verurteilt ist, und im Ausspruch über die Höhe der Jugendstrafe aufgehoben.

  2. 2.

    Die weitergehende Revision wird gemäß § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

  3. 3.

    Die Sache wird zur Bestimmung einer neuen Jugendstrafe und zur Entscheidung über die Kosten des Rechtsmittels an eine andere Jugendkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

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