BGH, 18.01.2010 - II ZA 4/09 - Schadensersatzpflicht des Geschäftsführers einer GmbH wegen des Nichtabführens von Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung im Stadium der Insolvenzreife der GmbH bei gleichzeitiger Leistung an andere Gläubiger; Möglichkeit des Geschäftsführers zur Berufung auf das Vorliegen einer Pflichtenkollision

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 18.01.2010, Az.: II ZA 4/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 18.01.2010
Referenz: JurionRS 2010, 10650
Aktenzeichen: II ZA 4/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Braunschweig -18.02.2008 - AZ: 4 O 2279/07

OLG Braunschweig - 07.01.2009 - AZ: 3 U 32/08

Fundstellen:

AuA 2010, 226

BB 2010, 987

BB 2010, 514

DB 2010, 436

DB 2010, 20-21

DStR 2010, 10

DStR 2010, 453-454

EWiR 2010, 223

GmbHR 2010, 364-365

GmbH-StB 2010, 99

GuT 2010, 143

GWR 2010, 119

IBR 2010, 273

JZ 2010, 224

MDR 2010, 406-407

NJ 2010, 4

NJW 2010, 8-10

NJW-RR 2010, 701-702 "Pflichtenkollision"

NWB 2010, 647

NWB direkt 2010, 205

NZG 2010, 305-306

NZG 2010, 5

NZI 2010, 235

NZI 2010, 49

NZS 2010, 454-455

NZS 2010, 399-400

StuB 2010, 292

VersR 2011, 503

WM 2010, 409-410

WPg 2010, 492

ZBB 2010, 175

ZInsO 2010, 425-426

ZIP 2010, 368-369

Amtlicher Leitsatz:

Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats führt das Nichtabführen von Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung im Stadium der Insolvenzreife einer GmbH zu einem Schadensersatzanspruch der Einzugsstelle gegen den Geschäftsführer aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 266 a StGB, wenn dieser an andere Gesellschaftsgläubiger trotz der Insolvenzreife Zahlungen geleistet hat, die nicht mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns vereinbar waren. In einem solchen Fall konnte sich der Geschäftsführer schon nach der früheren und kann er sich auch nach der neueren Senatsrechtsprechung nicht auf eine Pflichtenkollision berufen (siehe nur Sen.Urt. v. 29. September 2008 - II ZR 162/07, ZIP 2008, 2220 Tz. 6 ff.).

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 18. Januar 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Caliebe, Dr. Drescher, Dr. Löffler und Bender
beschlossen:

Tenor:

Der Antrag des Beklagten auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgelehnt.

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