BGH, 17.05.2011 - VI ZR 69/10 - Erfolgreiche Klage eines durch seine Geburt schwerstgeschädigten Klägers wegen mangelnder Aufklärung seiner Mutter über die Möglichkeit einer Schnittentbindung trotz medizinischer Indikation; Pflicht zur Aufklärung einer Gebärenden über die Möglichkeit einer Schnittentbindung anstelle einer vaginal-operativen Entbindung bei relativer Indikation

Bundesgerichtshof
Urt. v. 17.05.2011, Az.: VI ZR 69/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 17.05.2011
Referenz: JurionRS 2011, 18574
Aktenzeichen: VI ZR 69/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Gießen - 28.01.2008 - AZ: 2 O 72/06

OLG Frankfurt am Main - 02.03.2010 - AZ: 8 U 102/08

Rechtsgrundlage:

§ 823 Abs. 1 BGB

Fundstellen:

ArztR 2011, 300

GesR 2011, 470-472

MDR 2011, 914

MedR 2012, 252-254

NJW 2011, 6

NJW-RR 2011, 1173-1175

r+s 2011, 404-406

VersR 2011, 1146-1148

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 823 Abs. 1 Dd

Ist eine Schnittentbindung aufgrund besonderer Umstände relativ indiziert und ist sie deshalb eine echte Alternative zu einer vaginal-operativen Entbindung, besteht eine Pflicht zur Aufklärung der Mutter über die Möglichkeit der Schnittentbindung.

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 17. Mai 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
die Richter Zoll und Wellner,
die Richterin Diederichsen und
den Richter Stöhr
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 2. März 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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