BGH, 17.02.2010 - VIII ZR 67/09 - Stellen von Vertragsbedingungen bei Einbeziehung vorformulierter Vertragsbedingungen in einen Vertrag aufgrund einer freien Entscheidung des Vertragspartners des Verwenders; Freie Entscheidung hinsichtlich der Auswahl der in Betracht kommenden Vertragstexte; Gelegenheit zur Einbringung alternativer eigener Textvorschläge in die Vertragsverhandlungen mit der effektiven Möglichkeit ihrer Durchsetzung; Vorliegen von Vertragsbedingungen bei einvernehmlicher Verwendung eines bestimmten Formulartextes

Bundesgerichtshof
Urt. v. 17.02.2010, Az.: VIII ZR 67/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 17.02.2010
Referenz: JurionRS 2010, 11942
Aktenzeichen: VIII ZR 67/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Düsseldorf - 19.08.2008 - AZ: 28 C 15536/07

LG Düsseldorf - 06.02.2009 - AZ: 22 S 321/08

Fundstellen:

BGHZ 184, 259 - 269

BauSV 2010, 73-74

BB 2010, 513-514 (Pressemitteilung)

BB 2010, 915-918

BB 2010, 773-774

CR 2010, 386-388

DAR 2010, 326-328

DB 2010, 664-666

DB 2010, 6

GuT 2010, 126

IBR 2010, 253

JR 2011, 210-213

JuS 2010, 538-539

JZ 2010, 282

Life&Law 2010, 376-379

MDR 2010, 733-734

MittBayNot 2011, 44-46

NJ 2010, 301

NJ 2010, 7

NJW 2010, 8 ""Stellen" einer Vertragsbedingung i.S.d. § 305 I 1 BGB"

NJW 2010, 1131-1133 "Begriff des "Stellens" von AGB"

NJW 2010, 10

NWB 2010, 647

NWB direkt 2010, 205

NZV 2010, 4

NZV 2010, 458-461

RÜ 2010, 273-276

SVR 2010, 260

V&S 2010, 10

VersR 2010, 1036-1038

VRA 2010, 59

VRR 2010, 82

VRR 2010, 301-302

VRR 2010, 162

VRS 119, 80 - 86

VuR 2010, 3

WM 2010, 725-729

WuM 2010, 259

ZAP EN-Nr. 247/2010

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZBB 2010, 177

ZfBR 2010, 453-456

zfs 2010, 442-445

ZGS 2010, 219-223

ZIP 2010, 628-631

ZMR 2010, 519-520

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Ein Stellen von Vertragsbedingungen liegt nicht vor, wenn die Einbeziehung vorformulierter Vertragsbedingungen in einen Vertrag auf einer freien Entscheidung desjenigen beruht, der vom anderen Vertragsteil mit dem Verwendungsvorschlag konfrontiert wird. Dazu ist es erforderlich, dass er in der Auswahl der in Betracht kommenden Vertragstexte frei ist und insbesondere Gelegenheit erhält, alternativ eigene Textvorschläge mit der effektiven Möglichkeit ihrer Durchsetzung in die Verhandlungen einzubringen.

  2. b)

    Sind Vertragsbedingungen bei einvernehmlicher Verwendung eines bestimmten Formulartextes nicht im Sinne von § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB gestellt, finden die §§ 305 ff. BGB auf die Vertragsbeziehung keine Anwendung.

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 17. Februar 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Ball,
den Richter Dr. Frellesen,
die Richterin Dr. Milger sowie
die Richter Dr. Achilles und Dr. Schneider
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision des Klägers gegen das Urteil der 22. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf vom 6. Februar 2009 wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kläger zu tragen.

Von Rechts wegen

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