BGH, 17.02.2010 - 3 StR 10/10 - Vorliegen einer gefährlichen Körperverletzung bzw. eines schweren Raubes bei Besprühen des Gesichts des Opfers mit Glasreinigungsmittel

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 17.02.2010, Az.: 3 StR 10/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 17.02.2010
Referenz: JurionRS 2010, 12851
Aktenzeichen: 3 StR 10/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hannover - 19.10.2009

Fundstelle:

NStZ-RR 2011, 34

Verfahrensgegenstand:

Schwerer Raub u. a.

Redaktioneller Leitsatz:

Ein Glasreinigungsspray kann nach seiner objektiven Beschaffenheit und nach der Art seiner Benutzung im Einzelfall - Sprühen ins Gesicht - geeignet sein, erhebliche Körperverletzungen zumindest an den Augen der Opfer herbeizuführen.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
nach Anhörung des Beschwerdeführers und
des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag -
am 17. Februar 2010
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
einstimmig beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hannover vom 19. Oktober 2009 im Fall II. 1. der Urteilsgründe im Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte des schweren Raubes in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung schuldig ist.

  2. 2.

    Die weitergehende Revision wird verworfen.

  3. 3.

    Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

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