BGH, 16.12.2010 - IX ZB 63/09 - Verhältnismäßigkeit einer aufgrund der Verletzung einer Auskunftspflicht erfolgten Versagung der Restschuldbefreiung im Regelinsolvenzverfahren

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 16.12.2010, Az.: IX ZB 63/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 16.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 30831
Aktenzeichen: IX ZB 63/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Berlin-Charlottenburg - 28.04.2008 - AZ: 104 IN 6019/02

LG Berlin - 16.02.2009 - AZ: 86 T 531/08

Fundstellen:

InsbürO 2011, 119

KTS 2011, 254-256

MDR 2011, 261

NJ 2011, 7-8

NJW 2011, 8

NWB 2011, 865

NWB direkt 2011, 263

NZI 2011, 114-115

RENOpraxis 2011, 131

Rpfleger 2011, 288-289

StuB 2011, 280

WM 2011, 176-177

ZAP 2011, 235

ZAP EN-Nr. 157/2011

ZInsO 2011, 197-198

ZIP 2011, 133-134

ZVI 2011, 232-234

Amtlicher Leitsatz:

InsO § 290 Abs. 1 Nr. 5

Im Regelinsolvenzverfahren kann die Versagung der Restschuldbefreiung wegen der Verletzung einer Auskunftspflicht unverhältnismäßig sein, wenn der Schuldner die gebotene Auskunft von sich aus nachgeholt hat, bevor der Sachverhalt aufgedeckt und ein hierauf gestützter Versagungsantrag gestellt worden ist.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser und
die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Vill, Dr. Fischer und Grupp
am 16. Dezember 2010
beschlossen:

Tenor:

Auf die Rechtsbeschwerde des Schuldners wird der Beschluss der Zivilkammer 86 des Landgerichts Berlin vom 16. Februar 2009 aufgehoben. Die Sache wird zur erneuten Entscheidung - auch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens - an das Beschwerdegericht zurückverwiesen.

Der Wert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf 5.000 € festgesetzt.

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