BGH, 15.12.2010 - 2 StR 531/10 - Annahme zumindest bedingten Tötungsvorsatzes bei äußerst gefährlichen Gewalthandlungen

Bundesgerichtshof
Urt. v. 15.12.2010, Az.: 2 StR 531/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 15.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 31442
Aktenzeichen: 2 StR 531/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Aachen - 05.03.2010

Fundstellen:

NStZ 2011, 210-211

NStZ-RR 2011, 110

Verfahrensgegenstand:

Versuchter Totschlag u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

Bei äußerst gefährlichen Gewalthandlungen erfordert die Prüfung des bedingten Tötungsvorsatzes stets eine umfassende Würdigung der objektiven und subjektiven Tatumstände, nämlich der konkreten Tatsituation und Angriffsweise, Lage und Abwehrmöglichkeit des Opfers, der psychischen Verfassung des Täters und seiner Motivation.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
in der Sitzung vom 15. Dezember 2010,
an der teilgenommen haben:
Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Rissing-van Saan und
die Richter am Bundesgerichtshof Dr. Appl, Prof. Dr. Schmitt, Dr. Eschelbach,
die Richterin am Bundesgerichtshof Dr. Ott,
Oberstaatsanwältin beim Bundesgerichtshof als Vertreterin der Bundesanwaltschaft,
Rechtsanwalt als Verteidiger,
Rechtsanwalt als Vertreter des Nebenklägers,
Justizangestellte als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Nebenklägers wird das Urteil des Landgerichts Aachen vom 5. März 2010 mit den Feststellungen aufgehoben.

Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere als Schwurgericht zuständige Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

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