BGH, 15.04.2010 - III ZR 196/09 - Verpflichtung eines nicht bankmäßig gebundenen, freien Anlageberaters zur ungefragten Aufklärung seiner Kunden über eine von ihm bei der empfohlenen Anlage erwarteten Provision

Bundesgerichtshof
Urt. v. 15.04.2010, Az.: III ZR 196/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 15.04.2010
Referenz: JurionRS 2010, 14566
Aktenzeichen: III ZR 196/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hannover - 04.07.2008 - AZ: 13 O 392/07

OLG Celle - 11.06.2009 - AZ: 11 U 140/08

Rechtsgrundlage:

§ 31d WpHG

Fundstellen:

BGHZ 185, 185 - 192

BB 2010, 1225

BB 2010, 1305-1307

BKR 2010, 247-249

DB 2010, 1056-1058

DStR 2010, 13-14

DStR 2010, 1297-1299

EBE/BGH 2010, 166-168

EWiR 2010, 445

GWR 2010, 247

JZ 2010, 378

Kreditwesen 2010, 733-734

MDR 2010, 691-692

NJW 2010, 8

NJW-RR 2010, 1064-1066

NWB 2010, 1585

NWB direkt 2010, 558

NZG 2010, 5

NZG 2010, 623-625

VersR 2011, 76-77

VP 2010, 111

VuR 2010, 269-270

WM 2010, 885-887

WuB 2010, 577

ZAP EN-Nr. 348/2010

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZBB 2010, 301-303

ZBB 2010, 257

ZGS 2010, 245

ZIP 2010, 919-921

Amtlicher Leitsatz:

Für den nicht bankmäßig gebundenen, freien Anlageberater besteht - soweit nicht § 31d des Wertpapierhandelsgesetzes eingreift - keine Verpflichtung gegenüber seinem Kunden, ungefragt über eine von ihm bei der empfohlenen Anlage erwartete Provision aufzuklären, wenn der Kunde selbst keine Provision zahlt und offen ein Agio oder Kosten für die Eigenkapitalbeschaffung ausgewiesen werden, aus denen ihrerseits die Vertriebsprovisionen aufgebracht werden (Abgrenzung zu BGHZ 170, 226 und BGH, Beschluss vom 20. Januar 2009 - XI ZR 510/07 - NJW 2009, 1416).

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 15. April 2010
durch
den Vizepräsidenten Schlick und
die Richter Dörr, Wöstmann, Seiters und Tombrink
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 11. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 11. Juni 2009 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsrechtszugs, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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