BGH, 15.03.2010 - II ZR 84/09 - Wirksame Abbedingung der dispositiven Regelung des § 139 BGB; Umkehrung der Vermutung des § 139 BGB in ihr Gegenteil

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 15.03.2010, Az.: II ZR 84/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 15.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 14533
Aktenzeichen: II ZR 84/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Dessau - 14.04.2008 - AZ: 4 O 1243/06

OLG Naumburg - 19.02.2009 - AZ: 4 U 64/08 -

Fundstellen:

BB 2010, 1162

DB 2010, 1004-1006

DB 2010, 8

DStR 2010, 1037-1039

DStR 2010, 11

EBE/BGH 2010, 146-147

GWR 2010, 241

JZ 2010, 376

Life&Law 2010, 511-512

MDR 2010, 821-822

Mitt. 2010, 316 "salvatorische Erhaltungsklausel"

NJ 2010, 339-340

NJW 2010, 1660-1661

NJW 2010, 10 "Umkehr der Vermutung des § 139 BGB"

NJW-Spezial 2010, 303

NotBZ 2010, 372-373

NWB 2010, 1496

NWB direkt 2010, 534

NZG 2010, 619-621

StX 2010, 350-351

WM 2010, 946-948

WPg 2010, 712

ZAP EN-Nr. 410/2010

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZBB 2010, 256

ZGS 2010, 329-330

ZGS 2010, 247

ZIP 2010, 925-927

ZNotP 2010, 224-225

Amtlicher Leitsatz:

Eine salvatorische Erhaltungsklausel, mit welcher die dispositive Regelung des § 139 BGB wirksam abbedungen worden ist, schließt eine Gesamtnichtigkeit zwar nicht aus, führt aber zu einer Umkehrung der Vermutung des § 139 BGB in ihr Gegenteil. Die Nichtigkeit des gesamten Vertrages tritt nur dann ein, wenn die Aufrechterhaltung des Rechtsgeschäfts trotz der salvatorischen Klausel im Einzelfall durch den durch Vertragsauslegung zu ermittelnden Parteiwillen nicht mehr getragen wird.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 15. März 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Caliebe, Dr. Drescher, Dr. Löffler und Bender
beschlossen:

Tenor:

Auf die Beschwerde des Klägers wird das Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Naumburg vom 19. Februar 2009 aufgehoben.

Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens, an den 10. Zivilsenat des Berufungsgerichts zurückverwiesen.

Streitwert: 320.000,00 EUR

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