BGH, 15.03.2010 - II ZR 4/09 - Vereinbarung einer geringeren Abfindungshöhe für den Fall des Ausscheidens eines Gesellschafters aus der Gesellschaft abweichend von einer Satzungsbestimmung im Wege einer schuldrechtlichen Nebenabrede im Interesse der Gesellschaft; Entgegenhalten einer schuldrechtlichen Nebenabrede gem. § 328 BGB durch die Gesellschaft hinsichtlich eines auf die in der Satzung festgelegten höheren Abfindung klagenden Gesellschafters

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 15.03.2010, Az.: II ZR 4/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 15.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20613
Aktenzeichen: II ZR 4/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Potsdam - 31.08.2007 - AZ: 52 O 110/06

OLG Brandenburg - 03.12.2008 - AZ: 7 U 186/07

Fundstellen:

BB 2010, 2772

DB 2010, 1749-1751

DNotI-Report 2010, 159-160

DNotZ 2011, 135-138

DStR 2010, 1850-1852

EWiR 2010, 639

GmbHR 2010, 980-982

GmbH-StB 2010, 290-291

GWR 2010, 398

KÖSDI 2010, 17101

MDR 2010, 1127-1128

NJW 2010, 3718-3720

NJW-Spezial 2010, 623

NotBZ 2011, 37-38

NWB 2010, 2600

NWB direkt 2010, 870

NZG 2010, 988-989

StBW 2010, 761

StuB 2010, 683

StX 2010, 654-655

WM 2010, 1559-1561

WPg 2010, 996

ZAP 2010, 882

ZAP EN-Nr. 571/2010

ZBB 2010, 428

ZIP 2010, 1541-1543

ZNotP 2010, 353-355

Amtlicher Leitsatz:

GG Art. 103 Abs. 1; ZPO § 544 Abs. 7; BGB § 328

  1. a)

    Die Gesellschafter einer GmbH können im Wege einer schuldrechtlichen Nebenabrede im Interesse der Gesellschaft abweichend von einer Satzungsbestimmung eine geringere Abfindungshöhe für den Fall des Ausscheidens aus der Gesellschaft vereinbaren.

  2. b)

    In diesem Fall kann die Gesellschaft diese Abrede gemäß § 328 BGB einem Gesellschafter entgegenhalten, der trotz seiner schuldrechtlichen Bindung aus der von ihm mit getroffenen Nebenabrede auf die in der Satzung festgelegte höhere Abfindung klagt.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 15. März 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Caliebe, Dr. Drescher, Dr. Löffler und Bender
beschlossen:

Tenor:

Auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten wird das Urteil des 7. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 3. Dezember 2008 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens, an den 6. Zivilsenat des Berufungsgerichts zurückverwiesen.

Streitwert: 416.269,48 €

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