BGH, 14.07.2010 - IV ZR 208/09 - Verjährung eines Anspruchs eines Versicherungsnehmers auf Zahlung der Rückvergütung nach Kündigung eines Lebensversicherungsvertrags fünf Jahre nach Ende des Abrechnungsjahres des Vertrags; Geltung der fünfjährigen Verjährungsfrist für einen Anspruch auf Zahlung einer Rückvergütung aus der Berücksichtigung des Mindestrückkaufswerts und aus der Wirksamkeit der Bestimmungen über den Stornoabzug

Bundesgerichtshof
Urt. v. 14.07.2010, Az.: IV ZR 208/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 14.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20107
Aktenzeichen: IV ZR 208/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hamburg - 19.09.2008 - AZ: 306 O 7/08

OLG Hamburg - 06.10.2009 - AZ: 9 U 204/08

nachgehend:

BGH - 17.09.2010 - AZ: IV ZR 208/09

Fundstellen:

MDR 2010, 1257-1258

NJW 2011, 73-76

r+s 2010, 364-367

V&S 2010, 8

VersR 2010, 1067-1070

VP 2010, 146-147

WM 2010, 1708-1710

ZBB 2010, 431

Amtlicher Leitsatz:

VVG §§ 12 Abs. 1, 176 a.F.

Der Anspruch des Versicherungsnehmers auf Zahlung der Rückvergütung nach Kündigung eines Lebensversicherungsvertrags verjährt gemäß § 12 Abs. 1 VVG a.F. fünf Jahre nach Ende des Jahres, in dem der Versicherer den Vertrag abgerechnet hat.

Nichts anderes gilt, wenn sich der Anspruch auf Zahlung einer (weitergehenden) Rückvergütung aus der Berücksichtigung des Mindestrückkaufswerts i.S. der Senatsurteile vom 12. Oktober 2005 (BGHZ 164, 297, 313 ff.; IV ZR 177/03 - [...] Tz. 39 ff.; IV ZR 245/03 - [...] Tz. 40 ff.) sowie aus der Unwirksamkeit der Bestimmungen über den Stornoabzug (BGHZ 147, 373; 147, 354) ergibt, auch wenn die Abrechnung vor Veröffentlichung der Senatsurteile vom 12. Oktober 2005 (aaO) erfolgte.

Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
durch
den Richter Wendt,
die Richterin Dr. Kessal-Wulf,
den Richter Felsch,
die Richterin Harsdorf-Gebhardt und
den Richter Dr. Karczewski
auf die mündliche Verhandlung vom 14. Juli 2010
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 9. Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 6. Oktober 2009 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

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