BGH, 14.04.2011 - 2 StR 65/11 - Möglichkeit der Einordnung eines "Zungenkusses" als eine dem Beischlaf ähnliche Handlung im Sinne von § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 14.04.2011, Az.: 2 StR 65/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 14.04.2011
Referenz: JurionRS 2011, 21120
Aktenzeichen: 2 StR 65/11
 

Fundstellen:

BGHSt 56, 223 - 226

Kriminalistik 2011, 753

NJW 2011, 3111

NJW-Spezial 2011, 569

NStZ 2012, 33

NStZ-RR 2012, 12

StraFo 2011, 408

StRR 2011, 475-476

StV 2012, 533-534

Verfahrensgegenstand:

Schwerer sexueller Missbrauchs von Kindern

Amtlicher Leitsatz:

StGB § 176a Abs. 2 Nr. 1

Ein "Zungenkuss" ist in der Regel keine dem Beischlaf ähnliche Handlung im Sinne von § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers
am 14. April 2011
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
beschlossen:

Tenor:

  1. I.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Kassel vom 9. Dezember 2010 dahin geändert, dass

    1. 1.

      der Angeklagte des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in drei Fällen und des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in einem Fall schuldig ist,

    2. 2.

      der Angeklagte im Fall II.1. der Urteilsgründe zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt wird.

  2. II.

    Die weitergehende Revision des Angeklagten wird als unbegründet verworfen.

  3. III.

    Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

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