BGH, 13.10.2011 - IX ZR 115/10 - Möglichkeit der Erklärung der Genehmigung einer Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren gegenüber dem Lastschriftgläubiger

Bundesgerichtshof
Urt. v. 13.10.2011, Az.: IX ZR 115/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 13.10.2011
Referenz: JurionRS 2011, 26785
Aktenzeichen: IX ZR 115/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hamburg - 04.05.2009 - AZ: 302 O 376/08

OLG Hamburg - 09.06.2010 - AZ: 13 U 76/09

Fundstellen:

BB 2011, 2817

BB 2011, 2964

DB 2011, 2543-2545

DStR 2012, 37

DZWIR 2012, 201-202

EWiR 2012, 25

GWR 2011, 555

InsbürO 2012, 117

KSI 2012, 41-42

MDR 2011, 1432-1433

NJW 2012, 146-148

NJW-Spezial 2012, 117-118

NWB 2011, 3920

NWB direkt 2011, 1225

NZI 2012, 22-24

WM 2011, 2130-2133

WuB 2012, 79-80

ZAP 2011, 1187

ZAP EN-Nr. 749/2011

ZBB 2011, 475

ZInsO 2011, 2129-2131

ZInsO 2012, 1143-1144

ZIP 2011, 2206-2208

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 684 Satz 2, § 826 Gi, H; InsO § 21 Abs. 2 Nr. 2 Fall 2

  1. a)

    Die Genehmigung einer Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren kann nicht gegenüber dem Lastschriftgläubiger erklärt werden.

  2. b)

    Hat der Lastschriftgläubiger die Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren eingereicht, ist der Widerspruch des Schuldners für die Zahlstelle [Schuldnerbank] auch dann beachtlich, wenn der Schuldner zugunsten des Gläubigers einen Abbuchungsauftrag erteilt hatte (Aufgabe von BGHZ 72, 343).

  3. c)

    Der Widerspruch des Schuldners gegen eine Belastungsbuchung ist unwiderruflich.

  4. d)

    Der Gläubiger, der trotz eines zu seinen Gunsten erteilten Abbuchungsauftrags seine Forderung im Wege des Einzugsermächtigungsverfahrens einzieht, hat keinen Schadensersatzanspruch gegen den (vorläufigen) Insolvenzverwalter, welcher der Belastungsbuchung widerspricht.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 7. Juli 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser,
den Richter Raebel,
die Richterin Lohmann,
den Richter Dr. Pape und
die Richterin Möhring
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg, 13. Zivilsenat, vom 9. Juni 2010 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.

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