BGH, 13.10.2009 - VI ZR 288/08 - Darlegungs- und Beweispflichtigkeit der Bundesagentur für Arbeit für das Bestehen eines Schadens gem. § 826 BGB durch Zahlung von Insolvenzgeld i.R.e. verspäteten Insolvenzantragstellung eines zahlungsunfähigen Unternehmens; Qualifiziertes Bestreiten einer Schadensentstehung durch den Einwand der auch bei rechtzeitiger Antragstellung bestehenden Pflicht zur Zahlung von Insolvenzgeld

Bundesgerichtshof
Urt. v. 13.10.2009, Az.: VI ZR 288/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 13.10.2009
Referenz: JurionRS 2009, 27436
Aktenzeichen: VI ZR 288/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Trier - 14.01.2008 - AZ: 6 O 215/07

OLG Koblenz - 06.11.2008 - AZ: 6 U 193/08

Fundstellen:

DB 2010, 46-47

DStR 2010, 124-126

EWiR 2010, 389

GmbHR 2010, 138-139

GmbH-StB 2010, 33-34

GWR 2010, 21

info also 2010, 139

info also 2011, 43

MDR 2010, 210-211

NJW-RR 2010, 351-353 "Darlegungslast"

NWB 2009, 4072

NWB direkt 2009, 1390

NZA-RR 2010, 204

NZG 2010, 114-116

NZG 2010, 259

NZI 2010, 49

NZI 2010, 74-75

NZS 2010, 644-646

StuB 2010, 480

VersR 2010, 120-121

WM 2010, 220-222

WPg 2010, 258

ZBB 2010, 56-57

zfs 2010, 258-260

ZInsO 2010, 41-43

ZIP 2009, 2439-2440

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Nimmt die Bundesagentur für Arbeit den Geschäftsführer einer in Insolvenz geratenen GmbH wegen verspäteter Insolvenzantragstellung auf Ersatz von ihr geleisteten Insolvenzgeldes aus § 826 BGB in Anspruch, so stellt sich der Einwand des Beklagten, Insolvenzgeld hätte auch bei rechtzeitiger Antragstellung gezahlt werden müssen, als qualifiziertes Bestreiten der Schadensentstehung dar, für die die Bundesagentur darlegungs- und beweispflichtig ist (Bestätigung des Senatsurteils BGHZ 175, 58).

  2. b)

    Dies gilt auch für den Fall, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt worden ist

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 13. Oktober 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
die Richter Zoll und Wellner,
die Richterin Diederichsen und
den Richter Stöhr
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Koblenz vom 6. November 2008 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

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