BGH, 13.07.2011 - VIII ZR 215/10 - Zurechnung eines Verkaufs beweglicher Sachen durch eine GmbH an einen Verbraucher unter die Bestimmungen der §§ 474 ff. BGB zum Verbrauchsgüterkauf auch bei branchenfremden Nebengeschäften; Notwendigkeit einer Fristsetzung zur Nacherfüllung als Voraussetzung für einen Rücktritt vom Vertrag bei einem behebbaren Sachmangel; Entbehrlichkeit einer Fristsetzung zur Nacherfüllung im Falle eines unwirksamen formularmäßigen Gewährleistungsausschlusses

Bundesgerichtshof
Urt. v. 13.07.2011, Az.: VIII ZR 215/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 13.07.2011
Referenz: JurionRS 2011, 20891
Aktenzeichen: VIII ZR 215/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Darmstadt - 15.10.2007 - AZ: 1 O 95/07

OLG Frankfurt am Main - 22.07.2010 - AZ: 22 U 232/07

Fundstellen:

BauR 2012, 141

BB 2011, 1793-1794 (Pressemitteilung)

DAR 2011, 635-638

DB 2011, 15-16

EBE/BGH 2011, 269-272

EWiR 2011, 631

JA 2011, 944

JurBüro 2011, 667

JuS 2011, 1121

JZ 2012, 147-150

Life&Law 2011, 695-701

MDR 2011, 967-968

NJ 2011, 4

NJW 2011, 6 "Fristsetzung zur Nacherfüllung"

NJW 2011, 3435-3438

NWB 2011, 2530

NWB direkt 2011, 818

NZG 2011, 5-6

NZV 2011, 4

NZV 2011, 535-538

RdW 2011, 527-528

RÜ 2011, 613-616

StBW 2011, 713-714 (Pressemitteilung)

VRA 2011, 163

VRR 2011, 382-383

VRS 2011, 271-278

wistra 2011, 3-4

WM 2011, 2152-2155

ZAP 2011, 973

ZAP EN-Nr. 605/2011

ZBB 2011, 408

zfs 2012, 265-268

ZGS 2011, 406-410

ZIP 2011, 1571-1575

ZIP 2011, 5

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 323 Abs. 2 Nr. 3, § 474 Abs. 1 Satz 1, § 475 Abs. 1 Satz 1

  1. a)

    Der Verkauf beweglicher Sachen durch eine GmbH an einen Verbraucher fällt, auch soweit es sich um branchenfremde Nebengeschäfte handelt, im Zweifel unter die Bestimmungen der §§ 474 ff. BGB zum Verbrauchsgüterkauf (im Anschluss an BGH, Urteil vom 9. Dezember 2008 - XI ZR 513/07, BGHZ 179, 126, zum Verbraucherdarlehensvertrag).

  2. b)

    Beim Verbrauchsgüterkauf ist bei einem behebbaren Sachmangel eine Fristsetzung zur Nacherfüllung als Voraussetzung für einen Rücktritt vom Vertrag auch im Falle eines - unwirksamen - formularmäßigen Gewährleistungsausschlusses nicht entbehrlich (Aufgabe des Senatsurteils vom 15. November 2006 - VIII ZR 3/06, BGHZ 170, 31 Rn. 44).

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 18. Mai 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Ball,
den Richter Dr. Frellesen, die Richterinnen Dr. Milger und Dr. Fetzer sowie den Richter Dr. Bünger
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des 22. Zivilsenats in Darmstadt des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 22. Juli 2010 aufgehoben.

Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt vom 15. Oktober 2007 wird zurückgewiesen.

Die Klägerin hat die Kosten der Rechtsmittelverfahren zu tragen.

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