BGH, 12.07.2011 - II ZR 71/11 - Haftung der handelnden Personen analog § 11 Abs. 2 GmbHG bei einer wirtschaftlichen Neugründung einer Vorratsgesellschaft oder Mantelgesellschaft; Haftung eines Geschäftsführers einer Vorratsgesellschaft oder Mantelgesellschaft bei wahrheitswidriger Versicherung der freien Verfügbarkeit des Stammkapitals

Bundesgerichtshof
Urt. v. 12.07.2011, Az.: II ZR 71/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 12.07.2011
Referenz: JurionRS 2011, 22892
Aktenzeichen: II ZR 71/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Burg - 31.03.2009 - AZ: 3 C 409/08

LG Stendal - 10.12.2009 - AZ: 22 S 44/09

Fundstellen:

AG 2011, 751-753

BB 2011, 2241

BB 2011, 2443-2444

DB 2011, 2145-2146

DNotI-Report 2011, 162-163

DNotZ 2012, 151-154

DStR 2011, 1767-1769

EWiR 2011, 639

GmbHR 2011, 1032-1034

GmbH-StB 2011, 296-297

GWR 2011, 444

Konzern 2011, 479

KSI 2012, 39

MDR 2011, 1307-1308

MittBayNot 2011, 514-515

NJW 2011, 6

NJW-Spezial 2011, 624-625

NotBZ 2011, 435-436

NWB 2011, 3176

NWB direkt 2011, 1010

NZG 2011, 1066-1068

NZI 2011, 776-777

NZI 2011, 8

RÜ 2011, 701-703

StuB 2011, 887

StX 2011, 622

WM 2011, 1756-1757

WPg 2011, 988

WuB 2011, 731-733

ZAP 2011, 1190

ZAP EN-Nr. 766/2011

ZBB 2011, 408

ZInsO 2011, 1755-1756

ZIP 2011, 5

ZIP 2011, 1761-1763

ZNotP 2011, 387-389

Amtlicher Leitsatz:

GmbHG § 11 Abs. 2, § 9a Abs. 1

  1. a)

    Bei einer wirtschaftlichen Neugründung einer Vorrats- oder Mantelgesellschaft kommt eine Haftung der handelnden Personen analog § 11 Abs. 2 GmbHG nur dann in Betracht, wenn die Geschäfte vor Offenlegung der wirtschaftlichen Neugründung aufgenommen worden sind und dem nicht alle Gesellschafter zugestimmt haben.

  2. b)

    Versichert der Geschäftsführer bei der Offenlegung der wirtschaftlichen Neugründung der Wahrheit zuwider, dass sich das Stammkapital endgültig in seiner freien Verfügung befindet, haftet er analog § 9a Abs. 1 GmbHG.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 12. Juli 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Dr. Bergmann und
den Richter Dr. Strohn,
die Richterinnen Caliebe und Dr. Reichart und
den Richter Sunder
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil der 2. Zivilkammer des Landgerichts Stendal vom 10. Dezember 2009 aufgehoben.

Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Amtsgerichts Burg vom 31. März 2009 wird zurückgewiesen.

Die Kosten der Rechtsmittelverfahren werden der Klägerin auferlegt.

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