BGH, 12.07.2010 - II ZR 292/06 - Anwendung der Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft im Hinblick auf einen Beitritt zu Anlagezwecken einer Gesellschaft in einer sog. "Haustürsituation"; Möglichkeit einer Verpflichtung zur Verlustdeckung auf Grund der auf den Tag seines Ausscheidens zu erstellenden Auseinandersetzungsbilanz des widerrufenden Gesellschafters

Bundesgerichtshof
Urt. v. 12.07.2010, Az.: II ZR 292/06
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 12.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20615
Aktenzeichen: II ZR 292/06
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 25.04.2006 - AZ: 34 O 16095/05

OLG München - 23.11.2006 - AZ: 8 U 3479/06

BGH - 05.05.2008 - AZ: II ZR 292/06

Rechtsgrundlagen:

Art. 1 Abs. 1 S. 1 RL 577/85/EWG

Art. 5 Abs. 2 RL 577/85/EWG

Art. 7 RL 577/85/EWG

§ 739 BGB

Fundstellen:

BGHZ 186, 167 - 171

BB 2010, 2527-2528

BB 2010, 2396-2397

BB 2010, 1801 (Pressemitteilung)

BB 2010, 1929

DB 2010, 1756-1757

DStR 2010, 1680-1681

EBE/BGH 2010, 262-263

EuZW 2010, 606

EuZW 2010, 799-800

EWiR 2010, 561

GWR 2010, 396

ImmoStR 2010, 147

MDR 2010, 1126-1127

NJ 2011, 28

NJW 2010, 3096-3097

NJW-Spezial 2010, 561

NWB 2010, 2286

NWB direkt 2010, 772

NZG 2010, 990

RIW/AWD 2010, 729-730

StBW 2010, 855-856

StBW 2010, 666-667 (Pressemitteilung)

StuB 2010, 683

VersR 2011, 1192-1193

VuR 2010, 387

WM 2010, 1492-1493

WuB 2011, 19-20

ZBB 2010, 430

ZGS 2010, 415-416

ZIP 2010, 1540-1541

Amtlicher Leitsatz:

FRIZ II
EWG-RL 577/85 Art. 1 Abs. 1 Satz 1, Art. 5 Abs. 2, Art. 7

  1. a)

    Die Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft, die entsprechend den allgemeinen Grundsätzen des Zivilrechts einen vernünftigen Ausgleich und eine gerechte Risi-koverteilung zwischen den einzelnen Beteiligten sichern soll, ist mit der Richtlinie 85/577/EWG vereinbar und deswegen auch in Fällen anwendbar, in denen je-mand zu Anlagezwecken einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in einer sog. "Haustürsituation" beitritt.

  2. b)

    Das kann zur Folge haben, dass der Widerrufende nicht nur seine Einlage nicht oder nicht vollständig zurück erhält, sondern auf Grund der auf den Tag seines Ausscheidens zu erstellenden Auseinandersetzungsbilanz zur Verlustdeckung nach § 739 BGB verpflichtet ist.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 12. Juli 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Dr. Strohn, Caliebe, Dr. Reichart und Dr. Löffler
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 23. November 2006 aufgehoben.

Die Berufung des Beklagten gegen das Urteil der 34. Zivilkammer des Landgerichts München I vom 25. April 2006 wird zurückgewiesen.

Die Kosten der Rechtsmittelverfahren (einschließlich derjenigen des Vorabentscheidungsverfahrens) werden dem Beklagten auferlegt.

Diese Artikel im Bereich Zivilrecht, Prozess und Zwangsvollstreckung könnten Sie interessieren

V PLUS FONDS (V+) – ANLEGER OBSIEGEN VOR GERICHT

V PLUS FONDS (V+) – ANLEGER OBSIEGEN VOR GERICHT

München, 23.11.2016 – Hoffnung für Anleger von V Plus Fonds. CLLB Rechtsanwälte berichten von positiven Urteilen. mehr

GarantieHebelPlan ’08 - Fonds nimmt Klagen zurück!

GarantieHebelPlan ’08 - Fonds nimmt Klagen zurück!

CLLB Rechtsanwälte vertreten Anleger erfolgreich gegen Klagen von GarantieHebelPlan ’08. mehr

Verbraucherfreundliches Urteil für Bausparer – CLLB vertritt Bausparer bei der Durchsetzung von Ansprüchen

Verbraucherfreundliches Urteil für Bausparer – CLLB vertritt Bausparer bei der Durchsetzung von Ansprüchen

Bausparer profitieren vom aktuellen Urteil des BGH zur Unwirksamkeit von Darlehensgebühren in Bausparverträgen mehr