BGH, 11.10.2011 - VI ZR 46/10 - Auswirkungen einer Haftungsbefreiung nach Art der Vollkaskoversicherung in einem gewerblichen KFZ-Mietvertrag auf einen Haftungsvorbehalt für den Fall grober Fahrlässigkeit in den AGB

Bundesgerichtshof
Urt. v. 11.10.2011, Az.: VI ZR 46/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 11.10.2011
Referenz: JurionRS 2011, 26823
Aktenzeichen: VI ZR 46/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Köln - 13.08.2009 - AZ: 37 O 143/09

OLG Köln - 13.01.2010 - AZ: 11 U 159/09

Fundstellen:

BGHZ 191, 150 - 158

BB 2011, 2817

DAR 2012, 307-308

DAR 2012, 455-457

EBE/BGH 2011, 372-374

JR 2012, 414-417

MDR 2011, 8

MDR 2011, 1408-1410

NJ 2011, 6

NJ 2012, 5-6

NJW 2011, 8

NJW 2012, 222-224

NJW-Spezial 2011, 714-715

NZM 2012, 361-362

NZV 2012, 28-31

r+s 2012, 14-16

SVR 2012, 20-21

VersR 2011, 1524-1526

VRA 2011, 200

VRR 2012, 62-63

VRS 2012, 72-76

VuR 2012, 44

WM 2012, 865-867

ZAP 2011, 1185

ZAP EN-Nr. 739/2011

zfs 2011, 697-699

ZGS 2011, 567-570

ZIP 2011, 5

ZIP 2011, 2260-2262

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 307 Bb, Cc; VVG § 81 Abs. 2

  1. a)

    Ist in einem gewerblichen KFZ-Mietvertrag eine Haftungsbefreiung oder eine Haftungsreduzierung nach Art der Vollkaskoversicherung vereinbart, ist ein in den Allgemeinen Vermietungsbedingungen vorgesehener undifferenzierter Haftungsvorbehalt für den Fall grober Fahrlässigkeit nach § 307 BGB unwirksam.

  2. b)

    An die Stelle der unwirksamen Klausel über den Haftungsvorbehalt tritt der Grundgedanke der gesetzlichen Regelung des § 81 Abs. 2 VVG.

  3. c)

    Dies gilt hinsichtlich der Haftung des grob fahrlässig handelnden berechtigten Fahrers, der nicht Mieter ist, gleichermaßen jedenfalls dann, wenn dessen Haftungsfreistellung in den Allgemeinen Vermietungsbedingungen ausdrücklich vorgesehen ist.

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 11. Oktober 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
den Richter Zoll,
die Richterin Diederichsen,
den Richter Pauge und
die Richterin von Pentz
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 11. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 13. Januar 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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