BGH, 11.08.2010 - 2 StR 128/10 - Änderung eines Schuldspruchs wegen Geiselnahme aufgrund eines mangelnden Nachweises der erforderlichen qualifizierten Nötigungsabsicht im Zeitpunkt des Weglockens des Kindes

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 11.08.2010, Az.: 2 StR 128/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 11.08.2010
Referenz: JurionRS 2010, 22944
Aktenzeichen: 2 StR 128/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Trier - 24.11.2009

Rechtsgrundlage:

§ 239b Abs. 1 StGB

Verfahrensgegenstand:

Geiselnahme u. a.

Redaktioneller Leitsatz:

Fallen Sich-Bemächtigen und qualifizierte Drohung praktisch zusammen, kommt eine Strafbarkeit nach § 239b StGB nicht in Betracht.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
nach Anhörung des Generalbundesanwalts und
des Beschwerdeführers
am 11. August 2010
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Trier vom 24. November 2009

    1. a)

      im Schuldspruch dahingehend geändert, dass die tateinheitliche Verurteilung wegen Geiselnahme entfällt,

    2. b)

      im Rechtsfolgenausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

  1. 2.

    Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  2. 3.

    Die weitergehende Revision wird verworfen.

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