BGH, 11.05.2011 - 4 StR 163/11 - In Aussage gegen Aussage-Situationen sind alle die Entscheidung möglicherweise beeinflussenden Umstände in die Überlegungen des Tatrichters einzubeziehen; Umfang der Beweiswürdigung bei Aussage gegen Aussage

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 11.05.2011, Az.: 4 StR 163/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 11.05.2011
Referenz: JurionRS 2011, 17766
Aktenzeichen: 4 StR 163/11
 

Rechtsgrundlage:

§ 261 StPO

Fundstelle:

StraFo 2011, 400

Verfahrensgegenstand:

Schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes u. a.

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    In einem Fall, in dem Aussage gegen Aussage steht und die Entscheidung allein davon abhängt, welcher Aussage das Tatgericht Glauben schenkt, müssen alle Umstände, die die Entscheidung zu beeinflussen geeignet sind, in die Überlegungen des Tatrichters einbezogen werden.

  2. 2.

    Hierzu gehört im Fall des Vorwrufs des sexuellen Missbrauchs etwa die Erklärung der Belastungszeugin, dass sie verhindern werde, dass der Angeklagte das Sorgerecht für seine beiden Kinder bekomme und dafür alles tun werde, sie habe sich dazu bereits im Internet schlau gemacht und etwas gefunden, was nur Kinder tun könnten.

Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
nach Anhörung des Generalbundesanwalts und
des Beschwerdeführers
am 11. Mai 2011
gemäß § 349 Abs. 4 StPO
beschlossen:

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