BGH, 11.03.2010 - I ZR 123/08 - Espressomaschine - Irreführung eines durchschnittlich informierten Nutzers eines Preisvergleichsportals im Internet über die Verbindlichkeit und Aktualität einer beworbenen Espressomaschine aufgrund einer auch nur für geringe Stunden differierende Preisangabe desselben Anbieters auf einer anderen Internetdatenbank

Bundesgerichtshof
Urt. v. 11.03.2010, Az.: I ZR 123/08
„Espressomaschine“
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 11.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 21961
Aktenzeichen: I ZR 123/08
Entscheidungsname: Espressomaschine

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 16.02.2007 - AZ: 96 O 145/06

KG Berlin - 24.06.2008 - AZ: 5 U 50/07

Fundstellen:

BB 2010, 710 (Pressemitteilung)

CR 2010, 680-681

DAR 2010, 704

DB 2010, 15-16

DB 2010, 2104-2106

GRUR 2010, 936-938 "Espressomaschine"

GRUR-Prax 2010, 418 ""Espressomaschine""

JZ 2010, 182

K&R 2010, 648-650 ""Espressomaschine""

MDR 2010, 8-9

MDR 2010, 1276-1277

Mitt. 2010, 489 "Espressomaschine"

MMR 2010, 745-747

NJ 2010, 482-483

NJW 2010, 8

NWB 2010, 881

NWB direkt 2010, 278

RdW 2010, 239-240

WRP 2010, 1246-1249 "Wettbewerbsrecht: Espressomaschine"

ZIP 2010, 5

Amtlicher Leitsatz:

UWG § 5 Abs. 1 Satz 1, 2 Nr. 2

Der durchschnittlich informierte Nutzer eines Preisvergleichsportals im Internet verbindet mit den ihm dort präsentierten Informationsangeboten vorbehaltlich klarer gegenteiliger Hinweise regelmäßig die Erwartung einer höchstmöglichen Aktualität. Er geht deshalb grundsätzlich davon aus, dass er das dort beworbene Produkt zu dem angegebenen Preis erwerben kann, und wird irregeführt, wenn der tatsächlich verlangte Preis nach einer Preiserhöhung auch nur für einige Stunden über dem im Preisvergleichsportal angegebenen Preis liegt.

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 11. März 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bornkamm und
die Richter Pokrant, Dr. Schaffert, Dr. Bergmann und Dr. Koch
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 5. Zivilsenats des Kammergerichts vom 24. Juni 2008 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.

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