BGH, 11.02.2010 - I ZR 85/08 - Anwendbarkeit des deutschen Wettbewerbsrechts bei Ausschreibungen in Bulgarien an deutsche Unternehmen; Beurteilung einer Wettbewerbshandlung i.S.d. Art. 40 Abs. 2 Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB)

Bundesgerichtshof
Urt. v. 11.02.2010, Az.: I ZR 85/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 11.02.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20207
Aktenzeichen: I ZR 85/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Düsseldorf - 16.05.2007 - AZ: 34 O 164/06

OLG Düsseldorf - 22.04.2008 - AZ: I-20 U 100/07

nachgehend:

BGH - 06.08.2010 - AZ: I ZR 85/08

Rechtsgrundlagen:

Art. 40 Abs. 2 EGBGB

Art. 41 EGBGB

Art. 6 Rom-II-VO

Fundstellen:

BGHZ 185, 66 - 74

ELF 2010, 101-103

EuLF 2010, 211

EWiR 2010, 635

GRUR 2010, 847-849 "Ausschreibung in Bulgarien"

GRUR int 2010, 882-885 "Ausschreibung in Bulgarien"

GRUR-Prax 2010, 397

MDR 2010, 1137-1138

Mitt. 2010, 448 "Ausschreibung in Bulgarien"

NJW 2010, 3780-3783 "Ausschreibung in Bulgarien"

RIW/AWD 2011, 67-70

WRP 2010, 1146-1149 "Wettbewerbsrecht: Ausschreibung in Bulgarien"

Redaktioneller Leitsatz:

Wettbewerbliche Streitigkeiten unter deutschen Unternehmen anlässlich einer Ausschreibung im Ausland sind nicht nach deutschem, sondern nach dem ausländischen Wettbewerbsrecht zu entscheiden. Das gilt auch dann, wenn nur die im Streit stehenden deutschen Bewerber an der Ausschreibung teilgenommen haben.
Eine entsprechende Klage kann aber mangels Anwendbarkeit deutschen Rechts nicht mit der Begründung abgewiesen werden, der Kläger habe sich nicht auf eine Verletzung des ausländischen Rechts berufen, soweit die Beurteilung des Streitfalls nach dem ausländischen Recht keinen anderen Streitgegenstand darstellt als seine Bewertung auf der Grundlage deutschen Rechts.

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 11. Februar 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bornkamm und
die Richter Pokrant, Prof. Dr. Büscher, Dr. Bergmann und Dr. Kirchhoff
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 20. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 22. April 2008 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

(1) Amtl. Anm.:
"aaO Einl. I UWG" wird korrigiert durch ", UWG, 28. Aufl., Einl." (siehe Sreibfehlerberichtigung im Hinweis)

(2) Amtl. Anm.:
"Einl. UWG Rdn. 534)" wird korrigiert durch "Einl. Rdn. 5.34)" (siehe Sreibfehlerberichtigung im Hinweis)

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