BGH, 11.01.2011 - 1 StR 517/10 - Auswirkung der rechtsfehlerhaften Annahme des Mordmerkmals der Heimtücke neben den Mordmerkmalen der Habgier und des Ermöglichens einer Straftat auf den Schuldspruch und den Strafausspruch eines Angeklagten

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 11.01.2011, Az.: 1 StR 517/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 11.01.2011
Referenz: JurionRS 2011, 10651
Aktenzeichen: 1 StR 517/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München II - 10.02.2010

Rechtsgrundlage:

§ 211 Abs. 2 StGB

Verfahrensgegenstand:

Versuchter Mord u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Heimtückisch handelt, wer das Opfer unter bewusster Ausnutzung seiner Arg- und Wehrlosigkeit tötet.

  2. 2.

    Für die Annahme von Arglosigkeit kommt es auf den Beginn der mit Tötungsvorsatz begangenen Handlung an.

  3. 3.

    Rechnet das Tatopfer aufgrund einer vorangegangenen tätlichen Auseinandersetzung mit einem schweren oder doch erheblichen Angriff gegen seine körperliche Unversehrtheit, entfällt seine Arglosigkeit.

Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 11. Januar 2011
beschlossen:

Tenor:

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts München II vom 10. Februar 2010 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

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