BGH, 10.10.2011 - AnwZ (Brfg) 1/10 - Möglichkeit der Zulassung einer GmbH als Rechtsanwaltsgesellschaft im Falle des Zustehens einer Mehrheit an den Geschäftsanteilen und an den Stimmanteilen bei den Patentanwälten

Bundesgerichtshof
Urt. v. 10.10.2011, Az.: AnwZ (Brfg) 1/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 10.10.2011
Referenz: JurionRS 2011, 29196
Aktenzeichen: AnwZ (Brfg) 1/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

OLG München - 22.02.2010 - AZ: PatA-Z 2/09

AGH Bayern - 25.02.2010 - AZ: BayAGH I - 25/09

nachgehend:

BGH - 14.12.2011 - AZ: PatAnwZ 1/10

BVerfG - 14.01.2014 - AZ: 1 BvR 2998/11

Fundstellen:

AnwBl 2012, 95

BRAK-Mitt 2012, 31-34

DB 2011, 2908-2911

DStR 2011, 2479-2482

EWiR 2012, 81

GmbHR 2012, 94-97

GmbH-StB 2012, 11

GuT 2011, 419

MDR 2012, 59-60

Mitt. 2012, 38-41

NJW 2012, 461-464

NJW-Spezial 2012, 30

NWB 2011, 4207

NWB direkt 2011, 1373

NZG 2012, 141-143

StuB 2012, 207

ZBB 2012, 67

ZIP 2012, 226-229

Verfahrensgegenstand:

Zulassung zur Rechtsanwaltschaft

Amtlicher Leitsatz:

BRAO §§ 59e, 59f

  1. a)

    Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, bei welcher die Mehrheit der Geschäftsanteile und der Stimmanteile Patentanwälten zusteht, welche nicht zugleich Rechtsanwälte sind, kann nicht als Rechtsanwaltsgesellschaft zugelassen werden.

  2. b)

    Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren Geschäftsführer mehrheitlich nicht zur Rechtsanwaltschaft zugelassene Patentanwälte sind, kann nicht als Rechtsanwaltsgesellschaft zugelassen werden.

Der Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch die Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof Dr. Kessal-Wulf, die Richterinnen Roggenbuck und Lohmann sowie die Rechtsanwälte Dr. Frey und Dr. Braeuer im Einverständnis der Parteien ohne mündliche Verhandlung

am 10. Oktober 2011 für Recht erkannt:

Tenor:

Die Berufung gegen das Urteil des 5. Senats des Bayerischen Anwaltsgerichtshofs vom 25. Februar 2010 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.

Der Wert des Berufungsverfahrens wird auf 50.000 € festgesetzt.

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