BGH, 10.09.2009 - VII ZR 82/08 - Rechtmäßigkeit eines Mehrvergütungsanspruchs i.R.e. Vergabeverfahrens wegen Veränderung der Kalkulationsgrundlagen nach durch Verlängerung der Bindefrist verspäteten Zuschlags; Kalkulationsgrundlagen und Zeitpunkt des Zuschlags als Geschäftsgrundlage bzw. Vertragsbestandteil des Vertrages i.R.e. öffentlichen Vergabeverfahrens; Tragen des Risikos der Veränderung der Kalkulationsgrundlagen bei Verlängerung der Bindefrist durch den Bieter auf Bitte des Auftraggebers i.R.e. durch öffentliche Ausschreibung eingeleiteten Vergabeverfahrens; Verletzung vergaberechtlicher Grundsätze wegen mittelbaren Zwangs zum Ausscheiden aus einem Vergabeverfahren bei Nichtverlängerung der Bindefrist durch den Bieter auf Bitte des Auftraggebers; Verletzung vergaberechtlicher Grundsätze wegen mittelbaren Zwangs zum Ausscheiden aus einem Vergabeverfahren mangels Möglichkeit der Preisanpassung

Bundesgerichtshof
Urt. v. 10.09.2009, Az.: VII ZR 82/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 10.09.2009
Referenz: JurionRS 2009, 22752
Aktenzeichen: VII ZR 82/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 28.04.2005 - AZ: 95 O 167/03

KG Berlin - 07.03.2008 - AZ: 21 U 150/05

Rechtsgrundlagen:

§ 19 Nr. 3 VOB/A

§ 24 Nr. 3 VOB/A

§ 25 Nr. 1 Abs. 1a VOB/A

§ 2 Nr. 5 VOB/B

§ 148 BGB

§ 313 BGB

§ 125 GWB

Fundstellen:

BGHZ 182, 218 - 231

BauR 2009, 1896-1901

BauR 2010, 264

BauSV 2010, 74

BBB 2010, 60

BGHReport 2009, 1253-1257

DWW 2010, 48-49

EBE/BGH 2009, 340-343

FStBay 2010, 461-469

FStBW 2009, 1033-1038

FStHe 2010, 15-20

GV/RP 2010, 17-22

IBR 2010, 453

IBR 2009, 626

IBR 2009, 625

IDLR 2009, 11

JR 2010, 483-487

KomVerw/B 2010, 101-106

KomVerw/LSA 2010, 102-107

KomVerw/MV 2010, 106-111

KomVerw/S 2010, 97-102

KomVerw/T 2010, 101-106

MDR 2009, 1334-1336

MDR 2010, 248

NJ 2010, 82-83

NJW 2010, 519-522

NJW-Spezial 2009, 701-702

NZBau 2009, 777-781

VergabeR 2010, 70-75

ZfBR 2010, 85-88

Amtlicher Leitsatz:

Wird in einem Vergabeverfahren aufgrund öffentlicher Ausschreibung nach VOB/A der Zuschlag nach Verlängerung der Bindefristen durch die Bieter später erteilt als in der Ausschreibung vorgesehen, kann ein Mehrvergütungsanspruch nicht allein daraus hergeleitet werden, dass sich im Hinblick auf die spätere Zuschlagserteilung die Kalkulationsgrundlagen geändert haben (Fortführung von BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BauR 2009, 1131 = NZBau 2009, 370).

Diese Kalkulationsgrundlagen sind grundsätzlich keine Geschäftsgrundlage des später geschlossenen Vertrages.

Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 4. Juni 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka,
den Richter Dr. Kuffer,
den Richter Bauner,
die Richterin Safari Chabestari und
den Richter Dr. Eick
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 21. Zivilsenats des Kammergerichts vom 7. März 2008 wird zurückgewiesen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Revisionsverfahrens.

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