BGH, 10.02.2011 - VII ZR 53/10 - Erforderlichkeit einer Leistungsaufforderung des Gläubigers für die Fälligkeit einer Forderung aus einer selbstschuldnerischen Bürgschaft; Eigenes Verschulden eines auf die Erlangung fehlender Informationen gerichtete Anstrengungen unterlassenden Bürgen

Bundesgerichtshof
Urt. v. 10.02.2011, Az.: VII ZR 53/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 10.02.2011
Referenz: JurionRS 2011, 11302
Aktenzeichen: VII ZR 53/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Düsseldorf - 12.05.2009 - AZ: 35 O 100/08

OLG Düsseldorf - 11.03.2010 - AZ: I-5 U 83/09

Fundstellen:

BauR 2011, 828-831

BauSV 2011, 83

BB 2011, 642

DB 2011, 1861

EBE/BGH 2011, 92-94

EWiR 2011, 341

IBR 2011, 210

IBR 2011, 264

Kreditwesen 2011, 709-710

MDR 2011, 436-437 "Verzug des Bürgen"

NJW 2011, 8

NJW 2011, 2120-2122

NJW-Spezial 2011, 174

NZBau 2011, 286-288

RÜ 2011, 276-278

UBB 2011, 17

VersR 2011, 929-931

WM 2011, 541-543

WuB 2011, 309-310

ZAP 2011, 550

ZAP EN-Nr. 351/2011

ZBB 2011, 165

ZfBR 2011, 452-454

ZfIR 2011, 431-432

ZGS 2011, 234-237

ZIP 2011, 559-561

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 286 Abs. 1

  1. 1.

    Die Forderung aus einer selbstschuldnerischen Bürgschaft wird grundsätzlich mit der Fälligkeit der Hauptschuld fällig; einer Leistungsaufforderung des Gläubigers und der Vorlage von die Hauptschuld belegenden Unterlagen bedarf es dazu nicht (im Anschluss an BGH, Urteil vom 29. Januar 2008 - XI ZR 160/07, BGHZ 175, 161).

    BGB § 286 Abs. 4

  2. 2.
    1. a)

      Werden dem Bürgen die notwendigen Informationen zur Hauptschuld vom Gläubiger nicht erteilt, gerät er nicht in Verzug, wenn ihn kein eigenes Verschulden daran trifft, dass er sie nicht erhalten hat.

    2. b)

      Ein eigenes Verschulden trifft den Bürgen, wenn er nicht selbst ausreichende, ihm zumutbare Anstrengungen unternimmt, die ihm fehlenden Informationen zu erlangen.

Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 20. Dezember 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka,
den Richter Dr. Kuffer,
die Richterin Safari Chabestari,
den Richter Halfmeier und
den Richter Prof. Leupertz
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 11. März 2010 wird zurückgewiesen.

Die Beklagte hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen.

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