BGH, 09.11.2010 - 3 StR 390/10 - Revision wegen eines fehlerhaft und straferschwerend gewürdigten besonderen Näheverhältnisses zwischen Täter und Opfer bei einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauches eines Kindes

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 09.11.2010, Az.: 3 StR 390/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 09.11.2010
Referenz: JurionRS 2010, 30279
Aktenzeichen: 3 StR 390/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Krefeld - 30.04.2010

Fundstellen:

NStZ 2011, 337

StV 2011, 363

Verfahrensgegenstand:

Versuchter schwerer sexueller Missbrauch von Kindern u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

Im Rahmen der Bestrafung wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes kann der Umstand, dass zwischen dem Täter und dem Opfer eine der besonderen Nähe- bzw. Vertrauenssituationen im Sinne von § 174 StGB bestand, die der Täter zusätzlich missbraucht hat, straferschwerend gewürdigt werden.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag -
am 9. November 2010
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
einstimmig beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Krefeld vom 30. April 2010 im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

    Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  2. 2.

    Die weitergehende Revision wird verworfen.

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